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Absage
Israel verlängert Waffenruhe einseitig

Palästinenser während der Feuerpause im Gazastreifen: Keine Einigung in Sicht. Keystone

Auf die Bitte der Vereinten Nationen hin hat Israel einer Verlängerung der Waffenruhe um 24 Stunden zugestimmt. Die Hamas will davon aber nichts wissen und stellt Bedingungen.

Veröffentlicht am 27.07.2014

Israel hat die Feuerpause im Gazastreifen einseitig um 24 Stunden verlängert. Das Sicherheitskabinett habe auf eine Bitte der Vereinten Nationen hin beschlossen, bis Mitternacht (23.00 Uhr MESZ) die Waffen weiterhin ruhen zu lassen, teilte ein israelischer Regierungsvertreter in der Nacht zum Sonntag mit. Er warnte zugleich, dass die Armee auf einen Bruch der Waffenruhe reagieren werde.

Zudem werde die Armee mit der Zerstörung des Tunnelsystems im Grenzgebiet fortfahren, das nach israelischen Angaben von Hamas-Kämpfern für Angriffe sowie als Waffenlager genutzt wird. Im Laufe des Tages werde das Sicherheitskabinett zudem erneut zusammenkommen und über eine Fortsetzung der Militäroffensive beraten.

Hamas setzen Beschuss Israels fort

Israel und die radikal-islamische Hamas hatten zunächst beide einer zwölfstündigen Feuerpause bis Samstagabend zugestimmt. Israel verlängerte diese anschliessend um vier und nun um weitere 24 Stunden. Die Hamas hatte eine Verlängerung ihrerseits abgelehnt. Zuerst müsse Israel seine Bodentruppen aus dem Gazastreifen abziehen sowie es den Menschen dort ermöglichen, in ihre Häuser zurückzukehren und sich um die Verletzten zu kümmern, erklärte Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri. Eine Feuerpause, die diese Punkte nicht berücksichtige, sei nicht akzeptabel. Etwa zwei Stunden nach Ablauf der ursprünglichen, beidseitigen Waffenruhe setzten Extremisten am Samstagabend den Beschuss Israels mit Raketen fort.

Seit Beginn der israelischen Militäroffensive am 8. Juli wurden nach palästinensischen Angaben mindestens 1050 Menschen im Gazastreifen getötet, die meisten von ihnen Zivilisten. Das israelische Militär beklagt 42 getötete Soldaten. Außerdem starben drei Zivilisten bei dem Einschlag von Raketen, die aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert wurden.

Israel reagiert mit der Offensive auf den anhaltenden Raketenbeschuss. Die Hamas pocht auf ein Ende der Blockade des Gazastreifens als Voraussetzung für ein Ende der Kämpfe. 

(reuters/dbe)

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