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Entscheid
Israel will Waffenruhe verlängern

Zerstörte Häuser im Gazastreifen: Die Waffenruhe macht das Ausmass der Gewalt sichtbar. Keystone

Israel hat sich einverstanden erklärt, die für heute Samstag geltende Feuerpause im Gazastreifen um vier Stunden zu verlängern. Indes wird das Ausmass der Gewalt sichtbar.

Veröffentlicht am 26.07.2014

Israel hat sich einem Fernsehbericht zufolge bereit erklärt, die im Gazastreifen für Samstag geltende Feuerpause um vier Stunden zu verlängern. Diese Entscheidung sei vom Sicherheitskabinett getroffen worden, berichtete der private Fernsehsender Kanal 10 am Samstag.

Die zwölfstündige Waffenruhe zwischen Israel und der radikal-islamischen Palästinenserorganisation Hamas war am Morgen in Kraft getreten und sollte eigentlich um 19.00 Uhr MESZ zu Ende gehen. Die Entscheidung des Sicherheitskabinetts fiel dem Bericht zufolge rund zwei Stunden vor Auslaufen der eigentlich geltenden Frist. Nun solle die Waffenruhe bis Mitternacht Ortszeit (23.00 Uhr MESZ) gelten.

Zuvor war international massiver Druck auf beide Seiten ausgeübt worden, die Feuerpause zu verlängern. Unter anderem riefen die Aussenminister von sieben Ländern, darunter die USA, Frankreich und Deutschland, in Paris eindringlich zur Verlängerung auf.

Über 1000 Palästinenser gestorben

Bei der israelischen Offensive im Gazastreifen sind nach Darstellung der palästinensischen Behörden insgesamt 1000 Menschen ums Leben gekommen. Allein während einer Feuerpause am Samstag habe man mehr als 100 Leichen in zerstörten Wohngebieten gefunden, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Die meisten der 1000 getöteten Palästinenser seien Zivilisten. Sanitäter berichteten zudem, kurz vor der Feuerpause seien 18 Mitglieder einer Familie in der Stadt Chan Junis im südlichen Gazastreifen getötet worden. Darunter seien fünf Kinder gewesen. Auf israelischer Seite starben bei Kämpfen oder durch Raketenbeschuss 40 Soldaten und drei Zivilisten.

Die israelische Armee greift seit dem 08. Juli Ziele im Gazastreifen an und reagiert damit nach eigenen Angaben auf die Raketenangriffe der radikalislamischen Hamas auf israelische Städte und Dörfer. Die Streitkräfte wollen zudem Tunnel unter der Grenze zerstören, um Angriffe auf israelisches Gebiet zu verhindern. Besonders heftige Kämpfe mit Islamisten gab es etwa in Schedschaia, einem Stadtteil von Gaza.

(sda/dbe)

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