Die türkische Regierung hat den Gezi-Park in Istanbul wiedereröffnet, der im Zentrum wochenlanger Proteste gegen Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan stand. Am 15. Juni hatte Bereitschaftspolizei die Demonstranten nach etlichen Zusammenstössen von dort vertrieben.

Seither hatten die Behörden im Gezi-Park neue Bäume, Blumen und frischen Rasen pflanzen lassen. «Wir sehen hier, dass unsere Arbeit getan ist», sagte der Gouverneur von Istanbul, Hüseyin Avni Mutlu, mit Blick auf das frische Grün. Für den Abend war eine neue Protestkundgebung im Gezi-Park angekündigt.

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Mutlu warnte jedoch vor Demonstrationen. Man werde nicht zulassen, dass Parks als Schauplätze für Kundgebungen missbraucht würden, sagte er.

Bebauung nur noch Nebensache

Die Proteste hatten sich an der geplanten Bebauung des Parks entzündet. Sie hatten sich rasch zu Kundgebungen gegen die von vielen Türken als autoritär empfundene Regierung Erdogans ausgewachsen. Ende Juni waren die Strassenproteste weitgehend abgeebbt.

Am Samstag setzten die Sicherheitskräfte jedoch Wasserwerfer und Tränengas gegen Menschen ein, die auf dem Taksim-Platz und im angrenzenden Gezi-Park demonstrieren wollten.

Im Zuge der Proteste waren im Juni nach Angaben des Türkischen Ärzteverbandes vier Menschen getötet und 7500 verletzt worden.

(vst/aho/reuters)