Die neue italienische Regierung unter Ministerpräsident Enrico Letta ist offiziell im Amt. Praktisch zeitgleich mit dessen Vereidigung ist es vor dem Regierungssitz in Rom Sonntagmittag zu einer Schiesserei gekommen, bei der mehrere Personen verletzt wurden. Bei dem mutmasslichen Täter soll es sich um einen geistig verwirrten Italiener handeln.

Der 46-Jährige zog Medienberichten zufolge eine Pistole aus der Tasche seines Anzugs und schoss auf zwei Carabinieri, die sich vor dem Regierungssitz befanden. Einer von ihnen wurde am Hals getroffen; sein Zustand sei entgegen ersten Meldungen nicht besorgniserregend, berichtete der italienische TV-Sender «Sky TG 24». Mehrere Sicherheitskräfte umstellten das Gelände rund um den Regierungssitz. Fünf oder sechs Schüsse sollen abgefeuert worden sein.

Zu dem Zeitpunkt befanden sich Hunderte Menschen auf dem Platz vor dem Regierungssitz. Die italienische Nachrichtenagentur Ansa meldete, der Schütze sei festgenommen worden.

Vereidigung in Rom

Der 46-jährige Letta legte zu diesem Zeitpunkt den Amtseid im Präsidentenpalast in Rom ab. Er führt eine grosse Koalition aus seiner Demokratischen Partei (PD) und der rechten Partei Volk der Freiheit (PdL) von Silvio Berlusconi an.

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Im Anschluss an Letta sollten alle 21 Minister, darunter 7 Frauen, im Quirinalspalast vereidigt werden. Die Regierung, die nach einem monatelangen Patt gebildet worden war, wird auch von der Allianz des scheidenden Ministerpräsidenten Mario Monti getragen.

(aho/sda/reuters)