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Angst
Italiens Innenminister will in Sicherheit investieren

Italien: Ein Militär beobachtet eine Übung. Keystone

Italiens Innenminister Angelino Alfano schätzt die Lage im Land trotz der internationalen Bedrohung durch den Terrorismus insgesamt als sicher ein. Ein neues Gesetz ist soll dies weiter festigen.

Veröffentlicht am 16.08.2016

Italien habe die Investitionen in Sicherheitsmassnahmen erhöht und Fortschritte im Kampf gegen die organisierte Kriminalität gemacht, sagte Innenminister Angelino Alfano.

«Unser Land kann als sicher angesehen werden, in einem Umfeld, in dem es kein Null-Risiko gibt», sagte Alfano in Rom nach einer Sitzung des Ausschusses für Ordnung und öffentliche Sicherheit.

Neues Gesetz in Vorbereitung

Der Gesetzesentwurf zur Sicherheit in den Städten gehöre zu den wichtigsten Massnahmen, die nach der Sommerpause angegangen werden müssten.

Seit Jahresbeginn seien 85 mutmassliche Islamisten unter Terrorverdacht festgenommen worden. 109 Menschen wurden ausgewiesen; 110 ausländische Kämpfer («foreign fighters») hätten unter Beobachtung gestanden. Von ihnen seien 32 tot und 17 seien nach Europa zurückgekehrt.

Radikalisierung in Gefängnissen

Alfano warnte laut der Nachrichtenagentur Ansa unter anderem vor einer Gefahr der Radikalisierung in den Gefängnissen. Es seien dagegen bereits Schritte unternommen worden, die auch Erfolge zeigten. Die Polizei schnappte laut Ansa in diesem Jahr zudem rund 1650 Mafiosi und 800 Schleuser.

Die Zahl der Straftaten insgesamt sank innerhalb eines Jahres (August 2015 bis Juli 2016) demnach um sieben Prozent, es gab um elf Prozent weniger Morde.

Von fast 400 Mordtaten seien 50 Prozent der organisierten Kriminalität zuzurechnen gewesen, und fast 140 seien Fälle von «Femminicidio» gewesen, bei denen Frauen von ihren Partnern oder Ex-Partnern getötet wurden. Diese Taten sorgen in Italien seit Jahren für eine gesellschaftliche Debatte.

Sicherheitsvorkehrungen für Ferragosto

Zum Höhepunkt der Tourismus-Saison am Feiertag Ferragosto hatten die Behörden in ganz Italien die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Tausende Gläubige, die zum Angelus-Gebet des Papstes auf den Petersplatz in Rom strömten, mussten gleich zwei Kontrollen passieren. An einer ersten Absperrung untersuchte die Polizei Taschen und Rucksäcke. Danach mussten die Besucher Sicherheitsschleusen mit Metalldetektoren passieren.

An den Stränden, an Fähren und an touristischen Attraktionen war verstärkt Polizei im Einsatz. In Pisa verlangte der Präfekt Attilio Visconti nach der Festnahme eines Tunesiers zusätzliche Sicherheitskräfte «mindestens bis zum Ende der Tourismus-Saison».

Der Tunesier, dessen Ausweisung angeordnet wurde, soll einen Anschlag an einem historischen Torbogen oder womöglich sogar am Schiefen Turm von Pisa geplant haben.

Am Hafen von Neapel mussten Passagiere auf dem Weg zu den Ferieninseln Ischia und Capri wegen verschärfter Kontrollen länger warten.

Angst vor Islamisten in Mailand

Auch vor Sehenswürdigkeiten, etwa vor dem Dom in Mailand, bildeten sich Schlangen. Bürgermeister Giuseppe Sala sagte dem Sender Rai24, es sei zwar gut, beruhige aber wenig, dass die Zahlen bei der allgemeinen Kriminalität etwas zurückgegangen seien. Die Menschen seien in Sorge.

Nach Berichten über Islamisten im Raum Mailand und IS-Kämpfern unter den Flüchtlingen sagte Sala, die Ankömmlinge müssten registriert werden, sobald sie auch nur den Fuss auf italienischen Boden setzten.

(sda/chb)

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