Der neue italienische Ministerpräsident Matteo Renzi hat den Bürgern den Abbau von Bürokratie und eine "Revolution" in der Wirtschaft versprochen. Das Steuersystem werde umfassend überarbeitet, sagte der Politiker am Dienstag in der Abgeordnetenkammer, bevor er eine Vertrauensabstimmung wie erwartet gewann. Die Volksvertreter im Senat hatten ihm bereits in der Nacht zum Dienstag das Vertrauen ausgesprochen.

Der Chef der sozialdemokratischen PD hatte seinen Parteikollegen Enrico Letta von der Spitze der Regierung gedrängt und ihm mangelnden Reformeifer vorgeworfen. In seiner 50-minütigen Rede am Dienstag in der Abgeordnetenkammer blieb Renzi vage und erhielt selbst aus seiner eigenen Koalition wenig Applaus. Dennoch erreichte er mit 378 zu 220 Stimmen eine deutliche Mehrheit.

Italiens Wirtschaft ist in den vergangenen 15 Jahren kaum gewachsen. Die Arbeitslosenquote ist mit 12,7 Prozent so hoch wie in den 70er Jahren. Das Land drücken Schulden in Höhe von zwei Billionen Euro. 

(reuters/moh)