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Ausbeutung
Italiens Polizei verhaftet skrupellose Zuhälter

Nigerianerin bei der Ankunft in Italien: Ihr Schicksal wird ausgenutzt. Keystone

Die Polizei hat Verdächtige verhaftet, die Nigerianerinnen in die Prostitution gezwungen haben sollen. Dazu setzten sie offenbar Voodoo-Rituale ein. Die Frauen hatten hohe «Schulden» bei Schleppern.

Veröffentlicht am 27.07.2017

Die italienische Polizei hat sieben Verdächtige auf Sardinien festgenommen, die nigerianische Frauen in die Prostitution gezwungen haben sollen. Sie hätten die Nigerianerinnen mit Voodoo-Ritualen gefügig gemacht, teilte die Polizei am Donnerstag auf Twitter mit.

Die Verdächtigen hätten die Frauen schwören lassen, die Überfahrt von Afrika nach Europa zurückzubezahlen, sobald sie in Italien ankommen, zitierten die Nachrichtenagenturen Ansa und ADNkronos aus einer Polizei-Mitteilung. Von einigen Frauen seien 30'000 Euro gefordert worden.

«Schulden» abarbeiten

Die nun Festgenommenen sollen den Frauen nach der Ankunft in Italien geholfen haben, Aufnahmezentren für Flüchtlinge zu verlassen, und sie anschliessend nach Turin gebracht haben. Dort sei ihnen gesagt worden, dass Prostitution der einzige Weg sei, ihre «Schulden» für den Weg nach Europa zurückzubezahlen.

Viele nigerianische Frauen, die über Libyen nach Europa kommen, werden Opfer von Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) hält 75 Prozent der 11'000 Nigerianerinnen, die im vergangenen Jahr Italien erreichten, für möglicherweise betroffen, wie aus einem Bericht von vergangener Woche hervorgeht.

Eine genaue Zahl zu ermitteln und den Opfern zu helfen, erweist sich schwierig, weil viele Frauen über ihr Schicksal nicht reden.

(sda/gku/mbü)
 

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