Harte Tage für Christine Lagarde. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) will Kapital aufstocken. Doch diese Pläne stossen auf ein geteiltes Echo. Die USA lehnen weitere Zahlungen ab. Japan andererseits bietet Hand für Gespräche: «Wir befinden uns nun in einem Stadium, wo wir die Verhandlungen starten», sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters.

Bisher habe sich Japan nicht zu bilateralen Darlehen an den IWF verpflichtet, um Europas Anstrengungen zur Beendigung der Schuldenkrise zu unterstützen. Auch China stellte sich hinter die Bemühungen des IWF, seine Schlagkraft zu erhöhen. Man stehe hinter den G20-Beschlüssen, hiess es in einer Mitteilung des Aussenministeriums. Allerdings erteilte die Volksrepublik keine Zusage für weitere Gelder.

USA stellen sich quer

Die USA haben der Bereitstellung von weiteren Ressourcen für den IWF eine Absage erteilt. «Wir haben unseren internationalen Partnern mitgeteilt, dass wir keine Absicht haben, dem IWF zusätzliche Ressourcen bereitzustellen», sagte eine Sprecherin des US-Finanzministeriums. Beobachter erwarten nicht, dass die Regierung in Washington mitten im Wahlkampf ihre Meinung ändert. Präsident Barack Obama stellt sich im November zur Wiederwahl.

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Der IWF strebt danach, seinen Fonds um bis zu 600 Milliarden Dollar aufzustocken, um auf den gestiegenen Finanzierungsbedarf reagieren zu können. 500 Milliarden Dollar sollen für Kredite genutzt werden, die restlichen 100 Milliarden Dollar dienen als «Schutzpuffer».

(muv/chb/awp)