Der Internationale Währungsfonds (IWF) fordert von der EU mehr Tempo bei der geplanten Bankenunion. IWF-Chefin Christine Lagarde sagte am Dienstag, die entsprechenden Vorschläge müssten schnell umgesetzt werden.

«Wir denken bei der Eurozone an ein wunderschönes Schiff, das nur für ruhige See gebaut wurde, aber noch nicht für raue Gewässer gerüstet wurde», sagte Lagarde. In Bezug auf die Bankenunion sei schon viel geschehen. «Heute habe ich die Botschaft, dass dieser spezielle Teil des Schiffes vollendet werden muss und dass dabei Geschwindigkeit essenziell ist», so Lagarde.

Rolle der Zentralbank ist umstritten

Am Donnerstag soll das Europaparlament über die Bankenunion entscheiden, nachdem die Abstimmung am Montag verschoben wurde. Parlamentspräsident Martin Schulz will nun mit Abgeordneten und dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi sprechen, um eine Lösung zu finden. Parlament und EZB konnten sich bisher nicht auf eine gemeinsame Linie einigen.

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Strittig ist vor allem, wie detailliert die EZB den Parlamentariern Auskunft über die Aufsicht der Banken geben muss. Sollte bis Donnerstag keine Einigung erzielt werden, geriete der gesamte Zeitplan zur Einführung der Bankenunion ins Wanken.

(sda/moh)