Die neue ukrainische Führung hat den gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch wegen «Massenmordes» zur Fahndung ausgeschrieben. Das teilte der kommissarische Innenminister Arsen Awakow bei Facebook mit.

Seinen Informationen zufolge hält sich Janukowitsch auf der russisch geprägten Halbinsel Krim am Schwarzen Meer auf. Auch nach anderen ranghohen Amtsträger werde wegen desselben Vorwurfs gefahndet, betonte Awakow.

Flucht verhindert

Bei Strassenschlachten zwischen Sicherheitskräften und Regierungsgegnern waren in der vergangenen Woche im Zentrum Kiews und in anderen Städten Dutzende Menschen getötet worden. Auf dem Kiewer Unabhängigkeitsplatz Maidan wurden Demonstranten mit offenbar gezielten Schüssen in Kopf und Brust getötet.

Die bisherige Opposition hatte am Wochenende nach monatelangen Protesten rasch alle wichtigen Posten besetzt. Janukowitsch wurde am Samstag vom Parlament für abgesetzt erklärt. Zuletzt wurde er in der Stadt Donezk gesehen, von wo aus er am Samstagabend in Begleitung bewaffneter Leibwächter in einem Flugzeug das Land verlassen wollte. Grenzschützer verhinderten nach eigenen Angaben die Flucht.

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Finanzielle Not

Nach dem politischen Umsturz in der Ukraine braucht das Land nach Angaben der Übergangsregierung finanzielle Unterstützung in Höhe von 35 Milliarden Dollar. Dies sei der Bedarf für das laufende und das kommende Jahr, erklärte Finanzminister Juri Kolobow.

Übergangspräsident Alexander Turtschinow hatte zuvor gewarnt, die Ukraine stehe nach dem Sturz von Präsident Janukowitsch vor dem Staatsbankrott.
 

(sda/dbe/sim)