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Zweiter Weltkrieg
Japan ruft Botschafter wegen Statue aus Seoul zurück

Mädchen als Symbol der Opfer: Japan ist wütend über die Kritik. Keystone

Der Streit mit Südkorea wegen der massenhaften Versklavung von Frauen in Bordellen der japanischen Armee im Zweiten Weltkrieg geht weiter. Japan verlangt die Entfernung einer Statue in Busan.

Veröffentlicht am 06.01.2017

Der jahrzehntelange Streit zwischen Seoul und Tokio um Japans Sexsklaverei während des Zweiten Weltkrieges flammt wieder auf. Japans rechtskonservative Regierung beschloss, vorübergehend ihren Botschafter in Seoul zurückzurufen.

Grund für den Schritt ist die Errichtung einer Statue in Südkorea, die ein Mädchen als Symbol der Opfer symbolisiert. Die Statue sei «extrem bedauerlich», sagte ein japanischer Regierungssprecher am Freitag. Neben dem Abzug des Botschafters werde Japan auch einen Wirtschaftsdialog mit Südkorea über ein neues Währungstausch-Abkommen aussetzen.

200'000 Frauen in Frontbordellen

Beide Nachbarstaaten hatten sich Ende 2015 nach jahrelanger Eiszeit wegen Japans Sexsklaverei im Zweiten Weltkrieg darauf geeinigt, den Streit «endgültig» und «unumkehrbar» beizulegen. Die Regierung in Seoul nannte Japans Rückbeorderung seines Botschafters extrem bedauerlich.

Nach Schätzungen von Historikern waren im Zweiten Weltkrieg bis zu 200'000 Frauen, vor allem aus Korea und China, gezwungen worden, Soldaten der japanischen Kaiserarmee in Frontbordellen zu Diensten zu sein.

Wenige «Trostfrauen» leben noch

Heute sind nur noch wenige der inzwischen hochbetagten Opfer in Südkorea am Leben. Kein anderes Thema hat die Beziehungen der beiden asiatischen Staaten in den vergangenen Jahrzehnten so sehr belastet wie das Schicksal der euphemistisch «Trostfrauen» genannten Opfer.

Japan hatte als Voraussetzung für eine Beilegung des Streits unter anderem gefordert, dass eine direkt vor der japanischen Botschaft errichtete Statue, die ein Mädchen als Symbol der Opfer symbolisiert, verschwindet.

Kooperation im Devisenhandel in Gefahr

Doch nun hat eine südkoreanische Bürgergruppe vor dem japanischen Konsulat in der Stadt Busan eine weitere solche Statue errichtet. Man habe Südkorea wiederholt aufgefordert, die Sache angemessen beizulegen, doch die Situation habe sich «nicht verbessert», sagte Japans Regierungssprecher Yoshihide Suga.

Neben der vorübergehenden Heimholung seines Botschafters will Japan auch hochrangige Wirtschaftsgespräche mit Seoul sowie Gespräche über eine geplante Kooperation im Devisenhandel auf Eis legen.

(sda/gku)

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