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Jeden Monat 400 Jugendliche ausgesteuert

Jugendliche: Ohne Stellen wird der Start ins Erwachsenenleben schwierig. Keystone

Pro Monat werden in der Schweiz rund 400 Jugendliche ausgesteuert. Sie verlieren also ihren Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung. In den letzten Jahren stieg der Anteil der Jugendlichen an allen Aus

Veröffentlicht am 08.10.2015

Pro Monat werden in der Schweiz rund 400 Jugendliche ausgesteuert. Sie verlieren also ihren Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung. In den letzten Jahren stieg der Anteil der Jugendlichen an allen Ausgesteuerten. Der Grund ist die Revision der Arbeitslosenversicherung von 2011.

Etwas über 13 Prozent aller Ausgesteuerten seien derzeit Jugendliche, sagte Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), an einer Telefonkonferenz am Donnerstag. 2008 seien es noch weniger als 9 Prozent gewesen.

Sparen auf dem Buckel der Jungen

Zwischen Januar und Juli - aktuellere Zahlen sind nicht verfügbar - wurden pro Monat durchschnittlich rund 3200 Personen ausgesteuert. 13 Prozent davon entsprechen 400 ausgesteuerten Jugendlichen pro Monat.

Dass mehr Jugendliche aus der Arbeitslosenversicherung herausfallen, liegt an der letzten Gesetzesrevision im Jahr 2011. Mit dieser wurde die Arbeitslosenversicherung finanziell ins Gleichgewicht gebracht. Es musste also gespart werden. Daher wurden unter anderem die Anspruchsberechtigungen für Jugendliche verschärft.

Wer sein Studium abschliesst und keinen Job findet, erhält seither noch vier Monate Geld aus der Arbeitslosenversicherung. Vorher waren es zwölf Monate. Für Jugendliche, die mindestens ein Jahr in die Arbeitslosenversicherung einbezahlt haben, aber unter 25-jährig sind und keine Unterhaltspflichten haben, wurde die Versicherungsdauer auf 200 Tage begrenzt.

Nicht in der Statistik

Wer ausgesteuert wurde, fällt nicht mehr in die Arbeitslosenstatistik des Seco. In dieser werden nur jene Personen erfasst, die bei einem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) registriert sind.

Ende September waren das rund 138'200 Personen - 1200 mehr als Ende August. Diese Zunahme sei etwa zur Hälfte saisonal, zur anderen Hälfte konjunkturell bedingt, sagte Zürcher an der Telefonkonferenz. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 3,2 Prozent, wie das Seco am Donnerstag mitteilte.

Werden die aktuellen Arbeitslosenzahlen mit jenen vom September letzten Jahres verglichen, zeigt sich hingegen klar ein Anstieg. Die Aufhebung des Euro-Mindestkurses hat Spuren hinterlassen. Innerhalb eines Jahres stieg die Zahl der beim RAV eingeschriebenen Personen um rund 8300 Personen. Im September 2014 betrug die Arbeitslosenquote noch 3,0 Prozent.

Am meisten zusätzliche Arbeitslose gab es innerhalb der letzten zwölf Monate im Handel, im Baugewerbe und in der Elektrotechnikindustrie. Im Gastgewerbe stieg die Zahl der Arbeitslosen seit September 2014 hingegen nur um knapp 100 Personen. Das sei doch überraschend angesichts der negativen Stimmung, die kolportiert werde, sagte Zürcher.

Böse Überraschungen möglich

Insgesamt steige das Niveau der Arbeitslosigkeit zwar immer noch, sagte Zürcher. Die Zunahme schwäche sich jedoch ab. Allerdings könne es immer noch böse Überraschungen geben. «Es ist immer noch möglich, dass Strukturanpassungen aufgeschoben wurden und diese bis Ende Jahr noch durchgesetzt werden», sagte Zürcher.

Für das Gesamtjahr prognostiziert das Seco eine Arbeitslosenquote von 3,3 Prozent. Die aktuelle Entwicklung liege im Rahmen der Erwartung gemäss dieser Prognose, sagte Zürcher. 2016 dürfte die Arbeitslosenquote steigen. Die aktuellste Prognose des Seco liegt bei 3,6 Prozent. Die Erholung sei doch eher schleppend, sagte Zürcher. Dazu kämen die Probleme der Weltwirtschaft.

(sda/chb)

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