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Umfrage
Jeder zweite Schweizer will die Grenzen schliessen

Drama an der mazedonischen Grenze: Viele Schweizer wollen Grenzen dichtmachen.   Keystone

Die Schweiz tut sich weiter schwer mit der Flüchtlingsfrage. Laut «Schweiz am Sonntag» befürwortet fast die Hälfte eine vorübergehende Schliessung der Grenzen. Dafür soll mehr vor Ort gemacht werden.

Veröffentlicht am 30.08.2015

Wie soll die Schweiz auf die Flüchtlingskrise reagieren? Diese Frage spaltet unser Land, wie eine repräsentative Umfrage belegt, die von der «Schweiz am Sonntag» veröffentlicht wurde. 83,1 Prozent der Schweizer finden demnach, die Schweiz müsse vor allem vor Ort helfen – dies aber grosszügig. Eine «führende Rolle» des Landes beim humanitären Engagement wünschen sich 60,9 Prozent der Schweizer.

Doch es gibt Widersprüche: Gross ist die Skepsis, wenn es um die Folgen hoher Flüchtlingszahlen für die Schweiz geht. Nur 26,5 Prozent der Befragten sind der Ansicht, die Schweiz könne 40'000 Flüchtlinge pro Jahr aufnehmen – der Bund rechnet für 2015 und 2016 mit je rund 30'000 Asylgesuchen.

Angst vor Wohlstandsverlust

Eine Mehrheit von 64,4 Prozent findet, dass zu viele Flüchtlinge das Wohlstandsniveau der Schweiz senken – und fast jeder Zweite, nämlich 44,6 Prozent, spricht sich für eine vorübergehende Schliessung der Grenzen aus.

Erhoben wurde in der Umfrage namens «Point de Suisse», für die das Künstlerkollektiv com&com mit Soziologen der Universität Basel zusammenspannte und 1002 Schweizer befragte, auch die Frage nach der Haltung zu Europa.

Rekordhohe Ablehnung für EU-Beitritt

Einen EU-Beitritt in den nächsten zehn Jahren lehnen demnach 85,8 Prozent der Befragten ab, gemäss «Schweiz am Sonntag» eine rekordhohe Ablehung. Die meisten Beitrittsgegner unterstützen das Argument, dass die EU der Schweiz wirtschaftlich nichts nütze (43 Prozent).

Das Bild, das die Schweizer von der Union haben, ist laut der Umfrage kein gutes: 34,3 Prozent glauben, dass die EU bald zerfalle, 26,6 Prozent halten sie für undemokratisch und 15,1 Prozent für unsozial.

(gku)

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