Die Universität Luzern eröffnet am Dienstagabend ihre vierte Fakultät. Neu kann an der kleinsten Schweizer Universität auch Wirtschaft studiert werden. Die neue Fakultät war in Luzern nicht unumstritten, dies weil ihr Aufbau von privater Seite finanziert werden musste.

Die Universität Luzern gibt es in ihrer heutigen Form erst seit 2000. Bislang verfügte sie nur über eine theologische, kultur- und sozialwissenschaftliche sowie eine rechtswissenschaftliche Fakultät. Die Zahl der Studenten liegt bei rund 2800. Die wirtschaftswissenschaftlich Fakultät startet mit rund 200 Studierenden in das erste Semester, wie die Universität auf Anfrage bekannt gab. Davon sind rund 100 Neustudierende.

Neben Bahnhof untergebracht

Die neue Fakultät findet im Hauptgebäude neben dem Bahnhof Platz. Betreut werden die Studenten von sieben Professoren, darunter sind vier neue Professuren, die restlichen wurden von der kultur- und sozialwissenschaftlichen Fakultät übernommen. Zu diesen gehört auch Gründungsdekan Christoph A. Schaltegger. Der einstige Referent von Bundesrat Hans-Rudolf Merz ist seit 2010 Professor für Politische Ökonomie an der Universität Luzern

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An der feierlichen Eröffnung der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät wird Thomas J. Jordan, Präsident der Schweizerischen Nationalbank, die Festrede halten. In Luzern war das neue Standbein der Universität lange umstritten und wurde politisch bekämpft. Die Fachhochschule Zentralschweiz opponierte zunächst gegen die Ausbaupläne der Kantonsregierung und der Universität, weil sie ebenfalls das Fach Wirtschaft anbietet und in der geplanten Fakultät eine unnötige Konkurrenz sah. Aus der Politik wurde die Kritik laut, dass das Fach Wirtschaft der Universität kein Profil verleihe und nur aus Kostengründen gewählt worden sei.

Luzerner stimmten dafür

2014 hiessen die Stimmberechtigten des Kantons Luzern der Schaffung der Wirtschaftsfakultät aber zu. Gegen diese das Referendum ergriffen hatte die SP. Sie kritisierte namentlich die Finanzierung der Fakultät: Weil der Kanton nicht über die nötigen Mittel für den Aufbau verfügt, mussten Private einspringen. Dies gefährde die Unabhängigkeit und damit den Ruf der Universität, sagen die Kritiker.

Mittlerweile hat die Universität mehr als die 4 Millionen Franken zusammen, die für den Aufbau und den Betrieb der ersten vier Jahre nötig sind. Danach soll die Fakultät sich selbst finanzieren, nämlich über Studiengebühren und Beiträge der Kantone, aus denen die Studenten stammen.

(sda/mbü/ama)