Novartis-Präsident Jörg Reinhardt sieht den Wirtschaftsstandort Schweiz durch das Nein zur Personenfreizügigkeit akut bedroht. «Wir sind stark auf ausländisches Personal angewiesen», sagt Reinhardt im Interview mit dem «Sonntags Blick». «Wenn wir nicht mehr im Ausland rekrutieren können, ist das ein Standortnachteil für Basel.»

Noch einschneidendere Folgen hätte ein Ende der bilateralen Verträge mit der EU: «Werden für Exporte in die EU plötzlich zusätzliche Prüfungen nötig, müsste man sich überlegen, ob wir weiterhin in der Schweiz produzieren.»

72-Millionen für Vasella standen im Vertrag

Reinhardt spricht erstmals über den Skandal um das 72-Millionen-Paket seines Vorgängers Daniel Vasella. Dieser hatte seine Abfindung von langer Hand vorbereitet: «Das Paket beruhte auf vertraglichen Abmachungen, die schon viele Jahre zuvor mit Herrn Vasella getroffen worden waren», sagt Reinhardt.

Auch zu seiner Nicht-Wahl als CEO im Jahr 2010 nimmt Reinhardt Stellung: «Es war eine Enttäuschung für mich, die ich erst mal verarbeiten musste.» Der Deutsche will bei Novartis eine grundlegend neue Firmenkultur aufbauen. Jeder Mitarbeiter müsse automatisch das tun, «was moralisch richtig ist»: «Ich erwarte von den Mitarbeitern, dass sie in Fällen, in denen das notwendig ist, das Business-Interesse hintanstellen.»

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(gku)