EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mahnt den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nach Drohungen zur Einhaltung des Flüchtlingsabkommens mit Europa. Er weise eine mögliche Aufkündigung des Pakts durch Ankara zurück, sagte Juncker der belgischen Zeitung «La Libre Belgique» am Samstag.

Die Türkei sollte zudem die Warnungen der Europäischen Union (EU), die EU-Beitrittsgespräche einzufrieren, ernst nehmen, und die geforderten Reformen umsetzen. Diese seien schliesslich die Voraussetzung für die geplante Visa-Befreiung.

Drei Milliarden Euro

Erdogan hatte der EU am Freitag mit der Öffnung der Grenzen für Flüchtlinge gedroht. Er reagierte auf die nicht bindende Empfehlung des EU-Parlaments, die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei auszusetzen.

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Die Türkei erhält im Gegenzug zum Grenzschutz unter anderem drei Milliarden Euro bis 2018 für die Versorgung der syrischen Flüchtlinge im Land. Für die Zeit danach hat die EU weitere drei Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

(sda/gku)