In Werberkreisen ist es seit Wochen ein grosses Thema. Jetzt kam die Bestätigung von ganz oben. Die CDU teilte in einem schönen und starken Satz mit, was Sache ist: «Im Wahljahr 2017 arbeiten die CDU Deutschlands und die Kreativagentur Jung von Matt zusammen für den Wahlsieg von Angela Merkel

Wenn CDU-Generalsekretär Peter Tauber die 1991 gegründete Agentur «zu den Besten ihres Fachs» zählt, fällt dabei auch etwas Schweizer Lob ab. Denn für zwei Drittel des Firmennamens zeichnet der Schweizer Jean-Remy von Matt, der zusammen mit dem ersten Wort-Drittel Holger Jung so manchen werberischen Geistesblitz erzeugte.

Legendäre Sixt-Werbung

Geistesblitze mit lang anhaltender Wirkung: «Geiz ist geil» für die Elektro-Handelskette Saturn, «Schrei vor Glück» für den damals jungen Online-Mode-Versender Zalando, «Heimkommen» für den Detailhändler Edeka – die Liste liesse sich verlängern. Und jetzt also Politik.

Wobei: Mit Angela Merkel hat Jung von Matt nicht zum ersten Mal zu tun. Für den langjährigen Agenturkunden Sixt baute man 2001 ein legendäres Sujet um die Politikerin. Respektive um ihre Frisur (siehe Bildergalerie oben). Sixt war anno dazumal Gründungskunde der Agentur, die frechen Kampagnen mit prominenten Gesichtern schlugen hohe Wellen.

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Merkel nicht um Erlaubnis gefragt

Bis heute wirbt Jung von Matt für den Autovermieter, ohne daran zu verdienen. «Der Gewinn, den wir mit Sixt erzielen, ist ein anderer, nämlich der Gewinn, mit einer einzigartigen Unternehmerfamilie regelmässig Kontakt zu haben und von ihr lernen zu können», sagte Jean-Remy von Matt im Interview mit der Handelszeitung. Die Zürcher Werbelegende lebt mittlerweile in Berlin, sein Hausdach ist dem Busen seiner Gattin nachempfunden.

Mit dem Wohnsitz kommt offenbar auch die Nähe zu Angela Merkel. Um Erlaubnis gefragt hätten die Werber sie damals nicht, schrieb kürzlich die «FAZ». Die spätere Bundeskanzlerin habe sich aber auch nie beschwert. Jetzt baut Merkel für ihre Wiederwahl sogar auf den Frechdachs von Hamburg. So geht das.

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