Nach den massiven militärischen Erfolgen und nach mehreren brutalen Exekutions- und Propagandavideos der Terrororganisation islamischer Staat IS handeln britische Muslime. Sie entschlossen sich, eine Gegenbotschaft zu setzen. Seit einigen Tagen verbreitet sich die Bewegung über das Hashtag #NotInMyName in verschiedenen sozialen Medien. Alle modernen Kommunikationsmittel werden dabei genutzt.

In einem kurzen Video kritisieren junge britische Aktivisten die IS. Die Organisation handle nicht im Namen des Islams und missbrauche junge Muslime für ihre Zwecke. «Der IS repräsentiert nicht den Islam oder irgendeinen Moslem», sagt eine Frau. Sie fordert zudem: «Wir müssen uns zusammentun, um diese Gruppe dabei zu stoppen, dem Islam und Muslimen zu schaden.»

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«Ihr Anführer ist ein Lügner»

Die Vorwürfe umfassen unter anderem, dass der IS nicht islamisch, sondern unmenschlich und ungerecht sei. Zudem werden die Tötung von Unschuldigen und das fehlende Mitgefühl kritisiert. An einer Stelle des Videos werden die Führer von IS direkt angegriffen. «Ihr Anführer ist ein Lügner», sagt eine weitere Muslima. Die Kampagne wurde von der «Active Change Foundation» gestartet, welche eine Reaktion auf den Mord des britischen Flüchtlingshelfers David Haines darstellt. Nach dem blutigen Anti-IS Video des amerikanischen Aussenministeriums scheint diese Kampagne mehr Erfolg zu versprechen.

Dies ist indes nicht die einzige Stimme. Im September unterzeichneten Wissenschaftler am Kongress «Horizonte der Islamischen Theologie» eine Erklärung in der sie sich von den Aktionen des IS distanzieren. Die Theologen verwerfen jegliche «Deutungen des Islam, die ihn zu einer archaischen Ideologie des Hasses und der Gewalt pervertieren.» Nun aber sind es gewöhnliche Menschen, die ihre Stimme erheben wehren. Das wirkt wohl viel direkter.