Eine Woche nach dem Bekanntwerden von «Offshore Leaks» äussert sich die Regierung der Britischen Jungferninseln: Die Aktivitäten des International Consortium of investigative Journalists (ICIJ) seien «rechtswidrig».

Man untersuche aktiv, wie das ICIJ zu den privaten Informationen gekommen sei, schrieb der Premier- und Finanzminister der Jungferninseln, Orlando Smith, an die «South China Morning Post». Laut Smith gibt es allerdings keine Hinweise darauf, dass das Datenleck noch weiter geht als bisher bekannt. Insbesondere seien keine Daten der Regierung betroffen.

Politiker weltweit in Erklärungsnot

Durch die Enthüllungen über die Offshore-Vermögen kamen viele Politiker in die Bredouille. Der französische Präsident François Hollande verlor weiter an Glaubwürdigkeit, als sein enger Vertrauter Jean-Jacques Augier eingestehen musste, zusammen mit einem chinesischen Geschäftspartner eine Offshore-Firma zu besitzen.

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Bereits vor einigen Wochen war ans Licht gekommen, dass Frankreichs Haushaltsminister Jérôme Cahuzac in der Schweiz ein Schwarzgeldkonto unterhalten hatte.

Politiker in Malaysia unter Druck

Auch in Malaysia müssen sich einige Politiker für ihre Gelder und Firmen in Steueroasen rechtfertigen, wie die «South China Morning Post» in einem weiteren Artikel schreibt. Betroffen sind dort unter anderem der Minister Raja Nong Chik und Mirzan Mahathir, der Sohn eines früheren Premierministers. Raja Nong Chik bestätigt die Existenz des Unternehmens, erklärt aber, diese sei von seinem Vater als Holding für legale Offshore-Investments der Familie gegründet worden.

In Indonesien gehören neun der reichsten Familien zusammen über 190 Offshore-Firmen und Trusts. Auffällig ist dort der sprunghafte Anstieg von Offshore-Firmen kurz vor Ende des Suharto-Regimes 1998.

(jev/vst/chb)