Brasiliens Strafermittler werfen dem früheren Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva vor, die zentrale Figur im Korruptionsskandal um den staatlichen Ölkonzern Petrobras gewesen zu sein. «Er war der Dirigent dieses kriminellen Orchesters», sagte Staatsanwalt Deltan Dallagnol am Mitwoch. «Das Petrobras-Bestechungssystem zielte darauf ab, die Arbeiterpartei mit kriminellen Mitteln an der Macht zu halten.»

Dallagnol hält Lula, der das Land von 2003 bis 2010 regierte, Bestechlichkeit und Geldwäscherei vor. Durch Schmiergeldzahlungen seien Petrobras-Aktionären und Steuerzahlern Verluste von schätzungsweise umgerechnet elf Milliarden Euro entstanden. Lula selbst soll den Strafverfolgern zufolge Zuwendungen im Wert von etwa einer Milliarde Euro erhalten haben. Der Ex-Präsident muss sich vor dem Anti-Korruptionsrichter Sergio Moro verantworten, der im Petrobras-Fall bereits Dutzende von Beschuldigten zu Haftstrafen verurteilte.

«Politisch motivierte Kampagne»

Lulas Anwälte warfen der Staatsanwaltschaft vor, keine Beweise für die Anschuldigungen zu haben. Sie sprachen von einer politisch motivierten Kampagne, die eine Kandidatur Lulas bei der Präsidentenwahl 2018 verhindern soll. Lulas Nachfolgerin im Präsidentenamt Dilma Rousseff musste ihren Posten räumen. Weil sie gegen Haushaltsregeln verstossen haben soll, wurde sie vor kurzem vom Senat ihres Amtes enthoben.

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(sda/mbü/jfr)