Als Grundlage für die Berechnung soll der Wert von 2005 dienen. Von der Regierung hiess es, das Ziel sei «substanziell», weil Kanadas Bevölkerung und Wirtschaft weiter wachse. Beobachter zeigten sich enttäuscht. Zuvor hatten bereits die USA, die EU und Russland ihre Klimaziele bekanntgegeben und Kanada bleibe hinter den USA und Europa zurück, hiess es vom World Resources Institute.

Kanadas Vorhaben sei «glanzlos», sagte WRI-Direktor David Waskow. Auf das Jahr runtergerechnet sei es nur eine Minderung von 1,7 Prozent - im Vergleich zu den von den USA und der EU versprochenen 2,8 Prozent. Auch Japan ist mit 2,5 Prozent deutlich ambitionierter. Die Klimaversprechen sind Vorbereitung auf einen grossen Umweltgipfel im Dezember in Paris.

Deutsche Umweltministerin warnt vor überzogenen Erwartungen

Die deutsche Umweltministerin Barbara Hendricks hat indessen vor überzogenen Erwartungen an die Klimakonferenz in Paris Ende des Jahres gewarnt. «Paris wird nicht der Schlusspunkt, sondern hoffentlich der Start zu einem langen, gemeinsamen Weg in eine klimaneutrale Weltwirtschaft», sagte Hendricks der «Stuttgarter Zeitung». Beim Gipfel von Kopenhagen vor fast sechs Jahren hätten viele noch an den Big Bang geglaubt, mit dem man das Weltklimaproblem ein für alle Mal lösen könnt", sagte Hendricks. Dies sei aber nicht möglich.

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«Heute wissen wir besser, wie ein Klimapaket aussehen müsste, dem auch die USA und China zustimmen können, und das trotzdem die Klimaziele erreichbar macht», sagte die Ministerin. Sie erhoffe sich vom Gipfel von Paris im Dezember eine Einigung auf ein Klimaabkommen, das der Beginn «eines Klima-Marathonlaufs» sein könne. «Wir tun alles für eine Einigung», versicherte die Umweltministerin.

China und USA die grössten Erzeuger von Klimagasen

Nach Angaben der Union besorgter Wissenschaftler, eines Umweltschutzbundes von Forschern, stösst kein Land so viel klimarelevante Gase aus wie China. Das Land sei für 25 Prozent der Emission verantwortlich. Die USA folgten mit 16 Prozent.

(sda/se)