Für die Eidgenössische Steuerverwaltung ist klar: Bernie Ecclestone (83) müsste die Busse von 95 Millionen Franken versteuern, die er im Rahmen eines Vergleichs in Deutschland bezahlen muss. Doch im Kanton Bern sieht man das anders, wie der «SonntagsBlick» schreibt. Seit 25 Jahren schon wohnt der Brite und Formel-1-Chef im Nobelort Gstaad BE. Er ist einer der prominentesten Ausländer der Schweiz und wird pauschal besteuert. Das heisst sein Aufwand und nicht sein Einkommen oder Vermögen ist entscheidend für die Bemessung der Steuer.

Doch was zu seinem Unterhalt gehört, sehen die beiden Steuerämter ganz anders. Die Kantonalberner Steuerbehörden gehen davon aus, dass der voraussichtliche Lebensaufwand angegeben werden muss. Sie überlassen also Milliardären, wie Ecclestone, und ihren hoch bezahlten Steuerberatern den Entscheid. Die eidgenössische Steuerverwaltung will hingegen die tatsächliche Ausgaben besteuern. Es geht um eine Differenz von 63 Millionen Franken. Dazu gehören eben auch die Bussen. Ende November stimmt die Schweiz über eine Initiative zur Abschaffung genau dieser Pauschalsteuer ab. Die Initianten kommen aus der linken Ecke. Laut neusten Umfragen hat die Initiative gute Chancen weit hinein ins bürgerliche Lager.

(se)