«Spitalschliessungen sind nötig.» Das ist das Fazit von Christoffel Brändli. Wenn Spitäler mit den Fallpauschalen ihre Behandlungen nicht ausreichend finanzieren könnten, müssten sie ab- und nicht weiter ausgebaut werden, so der abtretende Santésuisse-Präsident in einem Interview mit der Zeitung «Nordwestschweiz».

Der ehemalige Bündner Ständerat, der sein Amt als Präsident des Kassendachverbandes Ende Jahr abgibt, untermauert seine Aussagen mit dem Verweis auf den Kanton St. Gallen, der über 800 Millionen Franken in seine Spitäler stecke. «Das ist keine Leistungsfinanzierung.»

Vorwürfe an die Kantone

Brändli wirft den Kantonen auch vor, sich gegen einen stärkeren Wettbewerb unter den Spitälern zu wehren. «Die Versicherten sollten die Möglichkeit erhalten, sich in der ganzen Schweiz behandeln zu lassen.» Dies hätten die Kantone behindert. Wer ausserhalb des Wohnsitzkantons ins Spital gehe, bezahle mehr.

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«Aktiv angehen» muss der Verband aus Brändlis Sicht in den nächsten Jahren die Schaffung eines einheitlichen Finanzierungssystems. Dieses sollte nicht nur die unterschiedlichen Kantonsbeiträge bei ambulanten und stationären Behandlungen angleichen, sondern allgemein Wettbewerbsverzerrungen verhindern, sagte Brändli.

Situation mit zwei Verbänden belastet

Dazu, dass derzeit zwei Kassenverbände existieren - neben Santésuisse auch der jüngere Konkurrenzverband Curafutura -, sagte Brändli: «Es ist nicht produktiv, was gegenwärtig abläuft.» Er hoffe, dass sich die Lage irgendwann lösen lasse. Brändli lastet die Spaltung der Curafutura-Spitze an. Auf das neue Jahr hin übernimmt der Bündner SVP-Nationalrat Heinz Brand das Präsidium bei Santésuisse.

In einem Interview mit der «Südostschweiz» sagte er zum Zwist der Verbände: «Es wäre wohl eine Illusion, wenn man schon kurzfristig eine Fusion der beiden Verbände erwarten würde.» Er erhoffe sich aber Gespräche mit dem Curafutura-Präsidenten, FDP-Nationalrat Ignazio Cassis.

«Dringend versuchen, Ausgaben zu verhindern»

Nach den wichtigsten Massnahmen für ein finanziell gesundes Gesundheitssystem gefragt, sagte Brand: «Wir müssen dringend versuchen, Ausgaben zu verhindern, die nicht zwingend und nicht notwendig sind.» Dafür appelliert Brand unter anderem an die «Selbstverantwortung der Versicherten».

(sda/se/me)