Die zyprischen Behörden arbeiten offenbar mit Vertretern der Europäischen Zentralbank (EZB) an Notfallplänen, die auch Kapitalverkehrskontrollen umfassen, um einen massiven Kapitalabfluss zu verhindern, wenn die Banken auf der Insel wieder öffnen. Das berichtet die Nachrichtenagentur «Dow Jones Newswires» unter Berufung auf Angaben aus «gut informierten Kreisen».

So sollen die Beträge für tägliche Kontoabhebungen und für Überweisungen ins Ausland begrenzt werden, zitiert die Agentur drei Behördenvertreter, die mit der Situation vertraut seien. Die Banken in Zypern sind seit Samstag geschlossen. Wenn sie wieder öffnen, ist ein massiver Kapitalabfluss zu befürchten.

Nach der Ablehnung des Massnahmenpakets für Zypern durch das Parlament am Dienstagabend hat die EZB derweil die weitere Versorgung des Landes mit Finanzmitteln in Aussicht gestellt. Sollte sie der Mittelmeerinsel die Liquidität entziehen, könnte dies zu einem Kollaps des dortigen Finanzsystems mit Auswirkungen weit über Zypern hinaus haben.

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Zypern setzt dagegen auf Hilfe aus Russland. Er hoffe, dass noch heute eine Vereinbarung über einen Kredit aus Russland getroffen werden könnte, sagte Zyperns Finanzminister Michael Sarris, der sich derzeit in Moskau aufhält.

(tno/vst/sda)