Die Bischofssynode zum Thema Ehe und Familie hat am Ende einer zweijährigen Arbeit den Schlussbericht verabschiedet, der für mehr Offenheit gegenüber wiederverheirateten Geschiedenen plädiert. Wie erwartet gibt es im Umgang mit Homosexuellen keine Neuerungen.

Nach dreiwöchigen Beratungen billigte die 270 Bischöfe zählende Synode alle Punkte des 30-seitigen Abschlussberichts mit der erforderlichen Zwei-Drittel-Mehrheit. Auch in der umstrittenen Frage zum Umgang mit zivil wiederverheirateten Geschiedenen wurde ein Kompromiss gefunden.

Knappe Zwei-Drittel-Mehrheit

Der Text spricht sich dafür aus, die Situation der Paare von «Fall zu Fall» zu beurteilen. Es sei Aufgabe der einzelnen Priester zu entscheiden. 178 Synodenväter stimmten am Samstag für diese Aussagen, 80 dagegen. Damit wurde die notwendige qualifizierende Zwei-Drittel-Mehrheit von 177 Stimmen ganz knapp erreicht.

Eine grössere Zustimmung gab es für die Aussage, Wiederverheiratete müssten besser in die Kirche integriert werden. Gleichzeitig verzichtete die Synode aber darauf, die Betroffenen ausdrücklich zur Kommunion wieder zuzulassen. Das Wort «Kommunion» taucht in der Textpassage gar nicht auf.

Nichts neues zu Homosexuellen

Der Umgang mit Homosexuellen spielt wie erwartet nur eine geringe Rolle in dem gut 30 Seiten langen Dokument. Die Synodenväter bekräftigten lediglich, dass auch homosexuelle Menschen respektiert und angenommen werden müssen. Zugleich schlossen sie eine Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe zwischen Mann und Frau jedoch kategorisch aus.

Die 270 Synodenväter hatten drei Wochen lang mit Laien und Experten über heikle Fragen von Ehe und Familie diskutiert. Ausgehend vom Vorbereitungsdokument «Instrumentum Laboris» hatten die Bischöfe in den vergangenen Wochen in 13 nach Sprachen geordneten Kleingruppen rund um das Thema Ehe und Familie diskutiert und Änderungsvorschläge erarbeitet. Gemäss italienischen Medien hatte der Passus um die wiederverheirateten Geschiedenen am meisten zu reden gegeben.

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Abschlussmesse im Petersdom

Am Sonntag findet noch eine Abschlussmesse im Petersdom statt. Anders als ein Konzil hat die Synode in der römisch-katholischen Kirche nur beratende Funktion. Der Papst entscheidet, ob und wie er die Vorschläge des Abschlussdokuments in Kirchenrecht umsetzt.

Papst Franziskus dankte den Synodenvätern am Samstag für die geleistete Arbeit. Das Ende der Synode bedeute nicht, alle im Zusammenhang mit der Familie stehenden Themen abgeschlossen zu haben.

(sda/ise)