Die Frage sollte zu erst geklärt sein: Was hat Uli Hoeness eigentlich gemacht? Er hat nach jetzigem Kenntnisstand sein regulär versteuertes Geld in der Schweiz angelegt und investiert. Den Gewinn aus seinen Geldgeschäften in der Schweiz hat er dem deutschen Fiskus verschwiegen. 

Denn in der Schweiz sind realisierte Kursgewinne aus Aktiengeschäften in der Regel steuerfrei. Neben Meistertiteln mit dem FC Bayern und Wurst für Aldi, McDonald’s und das Oktoberfest hat Uli Hoeness jetzt auch einen astreinen Steuerskandal produziert.

Da freut sich der deutsche Politiker von links bis rechts, dass es jetzt einen der «Grossen» erwischt hat. Nur erwischt wurde Hoeness nicht – er hat sich selbst angezeigt und, wie verschiedentlich zu lesen ist, auch schon einen Nachsteuerbetrag – je nach Quelle – zwischen 3 und 6 Millionen Euro bezahlt.

Wäre die Selbstanzeige von einem unbekannten Millionär gekommen, würde wohl keine Druckerschwärze für Schlagzeilen verschwendet. Doch jetzt muss der Bayern-Uli als Steuerhinterzieher auch noch als Helfer im Wahljahr hinhalten.

Die Kasse des Freistaates sollte Nachsteuern und Busse dankbar annehmen – und die Politik müsste sich bei Hoeness für den (Themen-)Steilpass bedanken.

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