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Analyse
Kein Jubel in Athen und Brüssel

Aufatmen in Brüssel und Athen: Die Eurogruppe und Griechenland haben sich im Schuldenstreit erst einmal geeinigt. Es bleiben aber einige Stolpersteine.

Veröffentlicht am 21.02.2015

Am Ende ging es schneller als erwartet – ohne aufreibende Nachtsitzung und ohne ermüdenden Verhandlungsmarathon. Selbst die kühnsten Optimisten in Brüssel hatten im griechischen Schuldendrama nicht diesen Ausgang erwartet.

Ein Durchbruch, den nach den teils heftigen Wortgefechten vor der entscheidenden Runde am Freitagabend so niemand auf der Rechnung hatte: Athen bekommt vier Monate Zeit, muss eine Reformliste vorlegen, kann auch eigene Massnahmen umsetzen – und auf weitere Milliarden hoffen. Stolpersteine gibt es noch reichlich. Das Misstrauen bleibt gross.

Einige Hürden bleiben

Vor einer endgültigen Zustimmung der Europartner stehen noch einige Hürden: Athen hat nur wenige Tage Zeit, den Geldgebern konkrete Reformvorschläge zu unterbreiten. Auf die Frage, was passiere, falls die Liste am Montag von den Gläubiger nicht angenommen werde, sagt Finanzminister Gianis Varoufakis: «Dann sind wir in Schwierigkeiten.»

In der Tat: Denn dann könnte die Verlängerung des Hilfsprogramms doch noch nicht beschlossen werden, das sonst Ende des Monats ausläuft. Auch mit der fälligen Zustimmung beispielsweise des deutschen Bundestages könnte es dann knapp werden. Und auch in den kommenden Monaten ist die Regierung nicht aus der Pflicht entlassen, weiter Rechenschaft über ihre Reformen abzulegen.

Kein überschäumender Jubel

Überschäumender Jubel machte sich in Brüssel nicht breit – wohl auch nicht in Athen. Denn vorerst wurde nur ein erster Schritt getan, um die weitere Finanzierung des hoch verschuldeten Landes zu sichern und die Staatspleite abzuwenden – in den nächsten Monaten zumindest.

Viel war auch nach den aufreibenden Stunden die Rede davon, jetzt erst einmal wieder Vertrauen herzustellen. Vorsichtig wurde von einer Brücke gesprochen. Wie weitere Hilfen aussehen und wie hoch sie sein werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt offen.

 

 

(sda/ise)

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