Die Schweiz sucht nach Unterstützern für die Verhandlungen mit Brüssel nach Annahme der Masseneinwanderungsinitiative. Aus Paris wird sie wohl kaum Hilfe erhalten. Staatspräsident François Hollande sagt: Verhandeln - ja. Aber bei der Personenfreizügigkeit gebe es keine Kompromisse.

Frankreich wäre besonders stark betroffen, würde die Schweiz die Einwanderung kontigentieren und somit einschränken. Denn mehr als 150'000 Grenzgängerinnen und Grenzgänger aus Frankreich arbeiten in der Schweiz.

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Keine Hilfe aus Frankreich

«Ja, ich bin besorgt», sagte Hollande bei der gemeinsamen Medienkonferenz mit Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga. Grenzgänger liefen immer Gefahr, wenn über die nationale Bevorzugung von Arbeitskräften verhandelt werde. Es müsse zwar eine Lösung gefunden werden, so Hollande. Und diese könne nur über Verhandlungen erreicht werden.

Doch Hollande liess auch durchblicken, dass Frankreich die Situation des Bundesrats nachvollziehen, dieser aber nicht auf seine Hilfe hoffen kann. Er sei nicht sicher, «ob es eine Lösung geben wird», so der französische Staatspräsident. «Wir können keine Konzessionen machen, was die Personenfreizügigkeit und die Grenzgänger betrifft.»

«Wir stehen ganz am Anfang»

Auch Sommaruga gab keinen Hinweis darauf, dass es bei Hollandes Staatsbesuch eine Annäherung in dieser Frage gegeben habe. «Wir stehen ganz am Anfang», sagte sie - man habe von Frankreich keine konkreten Vorschläge für eine Lösung mit Brüssel erhalten.

(sda/gku)