Mit der Gefangennahme russischer Soldaten hat sich der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland weiter verschärft. In einem im ukrainischen Fernsehen gezeigten Video gab ein Soldat zu, mit seiner Kolonne die Grenze in die Ukraine überquert zu haben.

In dem Video sagt ein uniformierter Mann, der sich als russischer Gefreiter Iwan Miltschakow vom 331. Fallschirmjäger-Regiment vorstellt, dass seine Einheit «in Kolonnen über die Felder, nicht über Strassen» in die Ukraine gefahren sei.

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«Kanonenfutter»

Demnach war den Soldaten gesagt worden, sie würden zu einem dreitägigen Einsatz in die Ukraine geschickt. Über das genaue Ziel ihrer Mission seien sie aber nicht informiert worden. «Wir werden als Kanonenfutter benutzt», sagte der Gefreite.

Ein zweiter Fallschirmjäger sagt in dem Video, er habe zuerst gedacht, dass es sich bei dem Einsatz um eine Übung handle. Erst als sein Panzer angegriffen worden sei, habe er begriffen, «dass das hier keine Übung» war. Auf die Frage, ob die Soldaten sich verirrt haben könnten, antwortet er: «Wenn man von der ganzen Kompanie spricht, nein.»

«Versehen»

Kiew hatte die Gefangennahme der zehn Fallschirmjägern am Montagabend gemeldet. Demnach wurden die Soldaten nahe des Dorfs Dserkalne gefangengenommen. Dieses liegt rund 25 Kilometer von der russischen Grenze und 50 Kilometer südöstlich von Donezk. Aus dem Verteidigungsministerium in Moskau hiess es, die Männer gehörten zu einer Patrouille, die die Grenze «höchstwahrscheinlich aus Versehen» überquert habe.

Die Gefangennahme belastet zusätzlich das geplante Treffen des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin. Die beiden Staatsführer sollten am Dienstag bei einem Treffen der Eurasischen Zollunion in der weissrussischen Hauptstadt Minsk zusammenkommen.

(sda/chb)