Rund 85 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen in der Deutschschweiz lehnen die Erbschaftssteuer-Initiative ab.

In der Romandie fällt der Widerstand mit einem Anteil von gut 92 Prozent noch deutlicher aus. Das zeigt eine Umfrage der Stiftung KMU Next bei 1064 Betrieben, die der Zeitung «Schweiz am Sonntag» vorliegt. Der Grund: Fast 70 Prozent der KMU fürchten, dass das Volksbegehren die Unternehmensnachfolge innerhalb der Familie gefährde. Denn heute sind Erbschaften und Schenkungen an die direkten Nachkommen in den meisten Kantonen von der Steuer befreit.

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Ein grosser Vorteil für die KMU: Über die Hälfte der Unternehmer plant denn auch – Stand heute – mit einer Nachfolge innerhalb der Familie. Von den befragten KMU geben knapp 37 Prozent an, dass ihr Gesamtvermögen inklusive Unternehmen und Pensionskassenguthaben unter 2 Millionen Franken liegt und damit unter der Grenze, welche die Initianten als steuerbefreit deklariert haben. Das heisst umgekehrt: 63 Prozent der Unternehmer in der Deutschschweiz übertreffen die gesetzte Marke und müssten potenziell eine Erbschaftssteuer bezahlen.

70 Prozent wollen Firma weitergeben

Rund 40 Prozent der befragten Unternehmer wollen laut «Schweiz am Sonntag» mit Berufung auf die Umfrage den Betrieb in den nächsten fünf Jahren weitergeben, gut 70 Prozent in den nächsten zehn Jahren. «Das sind 700 Betriebe mit an die 5000 Arbeitsplätzen», sagt KMU-Next-Geschäftsführer Lieni Füglistaller, der weiss das jedes KMU im Schnitt gut 7 Personen beschäftigt. «Rechnen wir das hoch dann sprechen wir gesamtschweizerisch von rund 1,5 Millionen Arbeitsplätze, die in den nächsten zehn Jahren von einer anstehenden Nachfolgesuche betroffen sind.»

Die Hochrechnung ist gemäss der Stiftung KMU Next zulässig, da sie die Umfrage als repräsentativ für die Schweizer KMU-Landschaft mit total rund 300'000 Betrieben einstuft.

(muv)