Bei den Atomverhandlungen mit dem Iran in Genf werden ab (heute) Donnerstag nach Angaben von Teilnehmern die kniffligen Details des geplanten vorläufigen Abkommens in Angriff genommen. Langsam werde es konkret, sagte ein westlicher Verhandlungsteilnehmer.

«Wir gehen ans Eingemachte, wir diskutieren die wichtigen Fragen», sagte er in der Nacht zum Ende des ersten Verhandlungstages in Genf. Die Arbeit werde immer «präziser».

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

Die Unterhändler des Iran und der 5+1-Gruppe aus den fünf UNO-Vetomächten und Deutschland hatten sich am Mittwoch in Genf zur dritten Verhandlungsrunde seit Mitte Oktober getroffen. Geplant ist ein Übergangsabkommen, bei dem Teheran im Gegenzug für die Aussetzung gewisser Sanktionen sein Atomprogramm einschränkt.

Dabei geht es insbesondere um die Urananreicherung. Diese soll nach den Vorstellungen des Westens ausgesetzt werden; fraglich ist der Umgang mit 186 Kilogramm auf 20 Prozent angereicherten Urans. Schätzungen zufolge werden davon 250 Kilogramm benötigt, um genug waffenfähiges Material für den Bau einer Bombe anzureichern.

Auch geht es um den Schwerwasserreaktor in Arak. Er kann Plutonium für militärische Zwecke herstellen.

Dritte Gesprächsrunde seit Wahl Ruhanis

Die USA und ihre Verbündeten verdächtigen den Iran seit Jahren, insgeheim die Entwicklung von Atomwaffen voranzutreiben. Der iranische Präsident Hassan Ruhani unterstrich am Mittwoch in Telefonaten mit den Regierungschefs in London und Peking einmal mehr den friedlichen Charakter des Atomprogramms.

Die Genfer Runde ist die dritte seit der Wahl von Ruhani zum iranischen Präsidenten im Juni. Neben Deutschland verhandeln die USA, China, Russland, Frankreich und Grossbritannien mit dem Iran.

Die vorherige Verhandlungsrunde in Genf vom 7. bis 9. November war nach anfänglicher Hoffnung auf einen Durchbruch ohne Ergebnis geblieben.

(sda/tke/rcv)