Kofi Annan hat an der afrikanischen Ausgabe des Weltwirtschaftsforums (WEF) die Ausbeutung der Rohstoffe des Kontinents kritisiert. Es sei «gewissenlos», dass manche Unternehmen sich auf unmoralische Weise bereicherten, ohne dass die Erlöse auch dem dringend benötigten Ausbau des Gesundheits- und Bildungswesens in Afrika zu Gute kämen, so Annan.

Korrupte Beamte an der Quelle

Die Rohstoff-Einnahmen in Afrika hätten bisher kaum dazu beigetragen, «die Kluft zwischen Reich und Arm auf dem Kontinent zu verringern». Der frühere UN-Generalsekretär hat in seiner Rede in Kapstadt zudem darauf hingewiesen, dass auch korrupte Beamte die zweifelhafte Geschäftspraxis gewisser Unternehmen unterstützten.

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Afrikas Staaten brauchten deshalb Strategien gegenüber ausländischen Investoren, um ihnen Bedingungen im Interesse der Bevölkerung stellen zu können, sagte der ghanaische Ex-Diplomat weiter. Das betreffe vor allem Steuer- und Finanzierungsabkommen. Wichtig sei es im volkswirtschaftlichen Interesse afrikanischer Staaten, dass nicht nur unverarbeitete Rohstoffe exportiert würden.

Am dreitägigen Weltwirtschaftsforum Afrika haben 15 afrikanische Staats- und Regierungschefs sowie zahlreiche andere Politiker, Spitzenmanager und Ökonomen aus aller Welt teilgenommen.

Schweiz in der Pflicht

Kofi Annan sagte mit  Blick auf die jüngsten Rohstoff-Regulierungen für Finanzflüsse in den USA und der EU: «Auch OECD-Staaten mit schwachen Transparenzstandards bezüglich Rohstoffhandel, Finanzbranche und der Registrierung von Firmen wie etwa die Schweiz brauchen gesetzliche Massnahmen zur stärkeren Regulierung dieser Bereiche.»

(chb/muv/sda)