Im Vatikan beginnt die Wahl eines neuen Papstes. 115 Kardinäle kommen feierlich in der Sixtinischen Kapelle zusammen, um einen Nachfolger für den am 28. Februar zurückgetretenen Benedikt XVI. zu wählen.

In Rom wird mit einem eher kurzen Konklave gerechnet. Allerdings ist nach Angaben von Vatikan-Sprecher Federico Lombardi nicht zu erwarten, dass die Kardinäle bereits bei einem ersten Wahlgang heute einen neuen Papst bestimmen. Das neue Oberhaupt von 1,2 Milliarden Katholiken muss mit Zweidrittel-Mehrheit gewählt werden.

Feierliche Prozession

Am Vormittag stimmen sich die Kardinäle im Petersdom mit einer Messe auf die Wahl eines neuen Papstes ein. Nachmittags ziehen sie in einer feierlichen Prozession in die Sixtinische Kapelle ein. Während des Konklaves sind die Purpurträger so abgeschottet, dass keine Informationen nach aussen dringen können.

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Ein erster Wahlgang bis zum Abend ist wahrscheinlich, er gilt als Test, bei dem sich schon Favoriten für das Papstamt herausschälen können. Am Mittwoch stünden dann bis zu vier Wahlgänge auf dem Programm, ebenso an den Folgetagen.

77 Stimmen nötig

Wie lange das Konklave dauert, hängt davon ab, wann ein Kandidat das notwendige Quorum von 77 Stimmen erreicht. Weisser Rauch aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle signalisiert, dass ein neuer Papst gewählt worden ist.

Aus Europa kommen 60 der 115 Papst-Wähler. Sie sind damit knapp in der Mehrheit. Wahlberechtigt sind alle Kardinäle unter 80 Jahren. Der einzige Schweizer, der am Konklave teilnimmt, ist Kardinal Kurt Koch.

Beratungen über Weltkirche

Seit Montag vergangener Woche hatten rund 150 Kardinäle in Rom über das Anforderungsprofil des neuen Papstes geredet und sich unter anderem über eine Reform der Kurie, die Finanzlage des Heiligen Stuhls und die Krisen der Weltkirche ausgetauscht. Die «Vatileaks»-Affäre um gestohlene Dokumente und Intrigen im Vatikan kamen auch zur Sprache.

Joseph Ratzinger war am 28. Februar als erster Papst der Neuzeit zurückgetreten. Er hatte diesen historischen Schritt nach knapp achtjähriger Amtszeit mit nachlassenden Kräften infolge seines hohen Alters begründet.

(tke/chb/sda)