Die konservative Gerb-Partei von Ex-Ministerpräsident Boiko Borissow hat Teilergebnissen zufolge die Parlamentswahl in Bulgarien am Sonntag gewonnen, steht aber vor einer schwierigen Regierungsbildung. Die Konservativen kommen nach Auszählung von rund 13 Prozent der Stimmen auf rund 33 Prozent und verfehlen damit die absolute Mehrheit im Parlament deutlich. Zweitstärkste Kraft werden den Teilergebnissen zufolge die Sozialisten mit rund 16 Prozent. Insgesamt schafften es bis zu acht Parteien in das Parlament.

Borissow sprach von einer schwierigen Phase für die bulgarische Politik. «In dieser Konstellation sehe ich nicht, wie eine Regierung gebildet werden könnte», sagte er am Abend. Zugleich betonte er, er sei bereit, jedes Risiko auf sich zu nehmen, um eine Regierung auf die Beine zu stellen und Neuwahlen zu verhindern.

Das EU-Land zeichnet sich durch ein hohes Mass an politischer Instabilität aus. Das neue Kabinett wird die fünfte Regierung innerhalb der vergangenen zwei Jahre sein.

Massive Bankenkrise

Zuletzt war die von den Sozialisten geführte Regierung im Juli nach einer Schlappe bei der Europawahl zurückgetreten. Ihre einjährige Amtszeit war überschattet von politischer Instabilität, massiven Protesten gegen die Korruption und einer Bankenkrise. Auch die von den Konservativen geführte Regierung trat im Frühjahr 2013 nach Protesten gegen den niedrigen Lebensstandard und hohe Stromrechnungen zurück. Ein Fünftel der 7,3 Millionen Bulgaren lebt unterhalb der Armutsgrenze.

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Eine der wichtigsten Aufgaben der neuen Regierung wird die Sanierung der krisengeplagten Corpbank sein. Die Notenbank hatte im Juni bei dem viertgrössten Geldhaus Bulgariens die Macht übernommen, nachdem Kunden im grossen Stil Geld von ihren Konten abgehoben hatten. Daraus hatte sich die grösste Bankenkrise in dem osteuropäischen Land seit den 1990er Jahren entwickelt.

(reuters/chb)