Der Schweizer Rechtsprofessor und Antikorruptionsexperte Mark Pieth tritt Ende Jahr von seinem Amt bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zurück. Derzeit ist er Vorsitzender der OECD-Arbeitsgruppe zur Bekämpfung der Korruption im internationalen Geschäftsverkehr. Nun ist Ende Jahr Schluss damit. «Herr Pieth steht nicht mehr zu Wahl», sagt eine Sprecherin des Basler Juristen zur «Handelszeitung».

Als Begründung für seinen Rücktritt sagte die Sprecherin: «Herr Pieth hat dieser Gruppe während 23 Jahren vorgesessen und sie mit grossem Erfolg geführt. Wie in jedem Amt kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem die Aufgabe an einen Nachfolger übergeben wird, der die Arbeit weiterführt.»

Pieth sitzt der OECD-Arbeitsgruppe gegen Korruption seit 1990 vor. Das Amt hat ihm international Prestige und Anerkennung verschafft. Doch Pieth machte sich mit seiner Arbeit  auch viele Feinde. In der OECD waren seine Wiederwahlen jedes Mal «Zitterpartien», wie es einer formuliert, der dabei war.

Früher sprachen sich Tony Blair oder Silvio Berlusconi gegen den Rechtsprofessor aus, dann kam die heftigste Kritik aus Kanada. Als wenig wohlgesinnt gegenüber Pieth gilt laut  Weggefährten des Rechtsprofessors  auch OECD-Generalsekretär José Ángel Gurría. Bei der OECD wollte niemand Stellung nehmen.

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