Allein die zehn grössten Krankenkassen hätten ihren Versicherten aus ihren Reserven gemäss geltendem Recht 2,18 Milliarden Franken zurückzahlen können. Effektiv wurden von dieser Gruppe aber nur 127 Millionen rückerstattet. Angesichts dessen erscheint die moderate Erhöhung der Krankenkassenprämien im nächsten Jahr um durchschnittlich nur 0,5 Prozent in einem anderen Licht, schreibt die «NZZ am Sonntag».

Wie ein Blick in die Statistik zeigt, hätte die Belastung für die Prämienzahler noch um einiges milder ausfallen können. Dieses Potenzial zur Rückzahlung lässt sich aus den Risikoberichten der Versicherer errechnen: Heute muss jede Krankenkasse eine sogenannte Solvenzquote von mindestens 100 Prozent vorweisen. Das bedeutet, dass sie auch in einem ausserordentlich schlechten Jahr noch in der Lage sein müssen, alle anfallenden Kosten zu decken.

Concordia und die Groupe Mutuel zahlen Geld zurück

Liegt die Quote über 150 Prozent, dürfen die Kassen ihre Reserven freiwillig abbauen und an die Versicherten zurückgeben. Derzeit weisen acht der zehn grössten Kassen eine Quote oberhalb dieser Grenze aus. Nur zwei von ihnen, Concordia und die Groupe Mutuel, wählten den Weg einer Rückerstattung, ebenso neun kleinere Krankenkassen.

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Helsana als eine der grössten Krankenkassen will die Mittel lieber zur Reduktion von Prämienerhöhungen zu verwenden: «Wir haben unsere Reserven für die Prämienkalkulation stets bis zum maximal zulässigen Grenzwert berücksichtigt.» Das gleiche Argument nennt auch die CSS.

Alain Berset: Zu hohe Prämien beantragt

Im Urteil von Gesundheitsminister Alain Berset haben die Kassen in den letzten Jahren eher zu hohe Prämien beantragt. Der Bund habe die Anträge immer nach unten korrigieren müssen, nicht nach oben, sagt Berset. Aus seiner Sicht haben die Unternehmen mittlerweile gut 11 Milliarden Franken zu viel Geld auf der Seite. «Der Bundesrat ist der Ansicht, dass eine Mehrheit der Versicherer noch über zu hohe Reserven verfügt», sagte er.

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(gku)