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Abmachung
Krankenversicherer mässigen sich bei der Telefonwerbung

Ein Werbeanruf: Ab 2016 ist die Telefonnumer immer angezeigt. Keystone

Die Krankenversicherer geloben Besserung bei Werbeanrüfen: Ab nächstem Jahr muss die Nummer immer angezeigt werden. Anrufe unter einem Vorwand sind tabu. Und die Telefonverkäufer verdienen weniger.

Veröffentlicht am 23.07.2015

Die Krankenkassenbranche gibt sich selbst Regeln, die bei der Telefonwerbung beachtet werden müssen. So darf die Nummer nicht unterdrückt werden, der Zweck des Anrufs muss genannt werden, und die Vermittlerprovision wird beschränkt.

Die Branchenvereinbarung trete auf Anfang 2016 in Kraft, teilte der Krankenkassendachverband santésuisse mit. Dies sei der frühestmögliche Zeitpunkt.

Zusammenarbeit nur mit seriösen Firmen

Die Vereinbarung verpflichtet die Krankenversicherer, nur mit Maklern, Vermittlern oder Telefonmarketinganbietern zusammenzuarbeiten, die minimale Qualitätsanforderungen einhalten. Dazu gehört unter anderem, dass der Name des Anrufers und die Firmenbezeichnung des Auftraggebers genannt werden.

Weiter darf keine andere Gesprächsbegründung für den Anruf - beispielsweise eine Umfrage - vorgegeben werden. Die Vereinbarung verbietet zudem Werbeanrufe ohne vorherige Zustimmung des Angerufenen. Konkret bedeutet das, dass beispielsweise Leute mit einem Sterneintrag im Telefonbuch nicht angerufen werden dürfen.

50 Franken pro Abschluss

Ausserdem wird die Aufwandentschädigung für Makler und Vermittler beschränkt: Bei der obligatorischen Krankenpflegeversicherung darf diese pro Versicherungsabschluss höchstens 50 Franken betragen.

Die neue Vereinbarung ersetzt eine frühere: 2011 hatte santésuisse nämlich bereits eine solche in Kraft gesetzt. Die Wettbewerbskommission (WEKO) ortete damals allerdings Anhaltspunkte einer möglichen Wettbewerbsbeschränkung. Daraufhin hob santésuisse die Vereinbarung 2014 wieder auf.

Seither wurde die gesetzliche Grundlage geschaffen, die eine solche Branchenvereinbarung ermöglicht. Die nun getroffene sei konkreter als die letzte, sagte santésuisse-Mediensprecher Christophe Kaempf der Nachrichtenagentur sda. So seien beispielsweise die Anforderungen an die Callcenter sowie allfällige Sanktionen schriftlich festgehalten worden.

(sda/mbü)

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