Jedes Jahr sterben weltweit mehrere Millionen Menschen mangels geeigneter Therapie an Krebs. In vielen Ländern fehlt es sowohl an geeigneten chirurgischen Interventionen als auch an der notwendigen Ausstattung für Strahlentherapie.

Das ist das Ergebnis einer Studie, die in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins «The Lancet Oncology» veröffentlicht und bei einem Kongress in Wien vorgestellt wurde.

Milliardeninvestition nötig

Von den zwölf Millionen Krebskranken, bei denen Strahlentherapie hilfreich sein könne, komme diese Behandlungsmethode nur 40 bis 60 Prozent zugute, befand die zuständige Fachkommission des Kongresses. Wenn bis zum Jahr 2035 umgerechnet etwa 100 Milliarden Franken in Apparaturen für die Strahlentherapie investiert würden, könnten damit 27 Millionen Lebensjahre gewonnen werden.

In den Ländern mit geringem Einkommen werde derzeit nur jeder 20. Patient zumindest elementar chirurgisch versorgt, sagte Richard Sullivan vom King's College in London. In Ländern mit mittlerem Einkommen liege der Vergleichswert bei einem von fünf Patienten.

Patienten verarmen wegen Behandlung

Nach den Erhebungen der Spezialisten verarmt jeder dritte Krebspatient in den weniger reichen Ländern, wenn er sich operieren lässt. Ein Viertel der Krebskranken verzichtet angesichts der hohen Kosten auf eine Behandlung.

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(sda/mbü)