Nach der Abhöraffäre will die SVP Waadt sich nun auf den Wahlkampf konzentrieren. Erst nach den eidgenössischen Wahlen werde Bilanz zur Affäre gezogen, sagte der Waadtländer SVP-Nationalrat Guy Parmelin. Er hatte zuvor öffentlich den Rücktritt der Präsidentin der SVP Waadt, Fabienne Despot, gefordert.

Die Parteiversammlung entschied jedoch am Donnerstag, dass Despot zu den Ständerats- und Nationalratswahlen antreten darf. «Die Basis hat uns eine klare Botschaft geschickt», sagte Parmelin in einem Interview mit der Westschweizer Zeitung «24 heures». Die Basis verlange, rasch in den Wahlkampf zu steigen, um das Programm der SVP Schweiz zu verteidigen.

Immer noch Kandidatin

«Fabienne Despot ist immer noch Kandidatin. Und für den Moment bleibt sie auch Präsidentin der SVP Waadt.» Laut Parmelin will die Partei nach eidgenössischen Wahlen aber Bilanz ziehen. «Und dann kann man über alles diskutieren.»

Parmelin hatte öffentlich den Rücktritt von Despot verlangt. Er habe von Anfang an gedacht, dass schneller Ruhe einkehre, wenn Despot zurücktrete, sagte er im Interview. «Die Parteiversammlung hat aber anders entschieden. Punkt.»

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Despot hatte im April 2014 eine interne Sitzung mit einem SVP-Vertreter aus einem verfeindeten Lager heimlich aufnehmen wollen. Weil dieser nicht zur Sitzung erschien, wurde einzig ein halbstündiges Gespräch mit den anderen wartenden Vorstandsmitgliedern aufgezeichnet.

(sda/chb)