Die lebenslange Haftstrafe für den uigurischen Bürgerrechtler Ilham Tohti in China ist weltweit auf scharfe Kritik gestossen. «Mit seiner Inhaftierung wurde eine wichtige, gemässigte Stimme der Uiguren zum Schweigen gebracht», sagte US-Aussenminister John Kerry nach einer Mitteilung vom Mittwoch.

Die hohe Strafe sei offenbar «Vergeltung für seine friedlichen Bemühungen, die Menschenrechte der uigurischen Minderheit zu fördern». Der Ökonom sei dafür bekanntgewesen, sich für Dialog und Toleranz einzusetzen.

Besitz konfisziert

Auch die amerikanische Vereinigung der Uiguren (UAA) verurteilte die Strafe: «China hat der Welt gezeigt, dass es keine Gnade gegenüber Uiguren zeigt, die sich trauen, seine unterdrückerische Herrschaft in Frage zu stellen», sagte UAA-Präsident Alim Seytoff. Zuvor hatte die Europäische Union das Urteil als «völlig ungerechtfertigt» verurteilt. Auch Menschenrechtsgruppen zeigten sich bestürzt.

Das Mittlere Volksgericht von Ürümqi, der Hauptstadt der Unruheregion Xinjiang, hatte den 44-Jährigen am Vortag wegen «Separatismus» zu lebenslanger Haft verurteilt. Auch wurde sein Besitz konfisziert, so dass seine Familie jetzt ohne Mittel dasteht. Tohti gilt als moderater Vertreter des muslimischen Turkvolkes im Nordwesten, das Unterdrückung durch die herrschenden Chinesen beklagt.

(sda/gku)

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