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Erleichterung
Kroatien streicht Bürgern die Schulden

Markt: Wer nichts hat ausser Schulden, könnte diese jetzt eventuell loswerden. Keystone

In Kroatien können verschuldete Bürger unter bestimmten Voraussetzungen ihre Verbindlichkeiten streichen lassen. Kritiker sehen in der Aktion eine Wahlkampfaktion der Regierung.

Veröffentlicht am 02.02.2015

Beim jüngsten EU-Mitglied Kroatien ist die Entschuldung armer Bürger angelaufen. Bis zum Mai können Bürger, deren Konten seit einem Jahr wegen Schulden blockiert sind, die Streichung ihrer Verbindlichkeiten erreichen, teilte die staatliche Finanzagentur in Zagreb mit.

Voraussetzung sei, dass die Schulden 35'000 Kuna (4720 Franken) nicht übersteigen und die Monatseinkünfte je Bürger nicht höher als 2500 Kuna (337 Franken) sind. Auch dürfe bis auf die Wohnung kein anderes Vermögen vorhanden sein.

Weitere Konten blockiert

Betroffen sind nach Berechnungen der Regierung schätzungsweise 60'000 Menschen mit Gesamtschulden bis zu umgerechnet 280 Millionen Franken. Die Regierung hat für den Schuldenerlass entsprechende Vereinbarungen mit Banken, Kommunen sowie Telefon- und Stromanbietern geschlossen.

Allerdings sind weitere 260'000 Privatkonten wegen noch deutlich höherer Schulden blockiert. Die Gesamtschulden der Kroaten werden auf rund vier Milliarden Franken geschätzt.

Alles nur ein Wahlgeschenk?

Kritiker sehen handfeste Wahlgeschenke als Motiv der jetzt angelaufenen Entschuldung. Spätestens zum Jahresende ist eine Parlamentswahl geplant. In allen Umfragen liegt die sozialdemokratische Regierung klar hinter der Opposition.

(sda/tno/me)

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