Die kroatische Regierung weitet den Schutz für Franken-Kreditnehmer aus. Nachdem neulich der Franken-Wechselkurs für Verbraucherkredite fixiert wurde, soll die gleiche Lösung demnächst auch für Kredite an Kleinunternehmer, Freiberufler und Bauern eingeführt werden, berichteten kroatische Medien.

Die Regierung in Zagreb hat dem Parlament einen Vorschlag für eine entsprechende Gesetzesänderung geschickt, hiess es. Auch diese Kategorien von Kreditnehmern seien ähnlich wie Verbraucher durch die rasche Aufwertung des Schweizer Franken hohen Kosten ausgesetzt, die ihre Existenz gefährden könnten, argumentiert die Regierung.

63 Millionen Kuna an offenen Krediten

Vor knapp zwei Wochen wurde in Kroatien für Verbraucherkredite der Wechselkurs für den Franken für ein Jahr lang auf 6,39 Kuna (0,83 Euro) fixiert. Den gleichen Schutz sollen laut Regierungsbeschluss nun auch Kleinunternehmen bekommen. Die Kosten werden von den Banken getragen.

Die kroatische Handwerkerkammer gab neulich bekannt, dass ihre Mitglieder nach Angaben der Notenbank im September 2014 insgesamt 63 Millionen Kuna (knapp 8,2 Millionen Euro) an offenen Krediten hatten.

Niedrigster Stand seit 15. Januar

Der Kurs des Schweizer Franken gegenüber der Kuna ist in der letzten Woche gesunken, meldete die kroatische Nachrichtenagentur Hina. Am Dienstag war der Franken laut Kursliste der kroatischen Notenbank 7,29 Kuna wert. Das sei der niedrigste Stand seit 15. Januar, so Hina. An jenem Tag hatte die Schweizerische Notenbank den Euro-Franken-Mindestkurs aufgehoben.

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(awp/tno/ama)