Die kubanische Regierung hat innerhalb von 48 Stunden mindestens 35 politische Gefangene freigelassen. Das teilte der Vorsitzende der kubanischen Menschenrechtskommission, Elizardo Sanchez, am Donnerstag (Ortszeit) in Havanna mit. Die Freilassung der Gefangenen erfolgt auf der Grundlage von Vereinbarungen zwischen den Regierungen Kubas und der USA.

Nach mehr als einem halben Jahrhundert ohne diplomatische Beziehungen hat US-Präsident Barack Obama vergangenen Monat eine grundlegende Neuausrichtung der Politik der Vereinigten Staaten gegenüber Kuba angekündigt. So soll wieder eine US-Botschaft in Havanna eröffnet werden. Die Aufnahme von direkten Verhandlungen über das künftige Verhältnis ist für Ende Januar geplant. Ausserdem ist vorgesehen, Strafmassnahmen der USA gegen Kuba zu lockern.

Verbesserte Beziehungen

Obama versprach, gemeinsam mit dem Kongress über eine vollständige Aufhebung der seit mehr als 50 Jahren von den USA gegen Kuba verhängten Handelsblockade zu beraten. Binnen sechs Monaten soll zudem eine Entscheidung fallen, ob die USA Kuba von ihrer Liste der Unterstützerstaaten des Terrorismus streichen.

(sda/lur/me)

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Die heiklen Momente zwischen den USA und Kuba

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Die komplizierte Beziehung zwischen den USA und Kuba: Fidel Castro mit Kremlchef Nikita Chruschtschow. Seine Raketen lösten 1961 die Kubakrise aus. Doch bereits zuvor gab es Probleme: 1960: Washington erlässt ein Teilembargo. Schon unmittelbar nach der Revolution 1959 hatten die USA die Wirtschaftshilfe eingestellt und die Einfuhr von Zucker gedrosselt, Kubas wichtigstem Exportgut.