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Künftiger GLP-Präsident will mehr Frauen im Bundesrat

Jürg Grossen mit Parteilkolleginnen: Will lieber Frauen als Tessiner. Keystone

Jürg Grossen hätte am liebsten vier Frauen im Bundesrat. Das finde er wichtiger, als dass das Tessin einen Vertreter in die Regierung schicken kann.

Veröffentlicht am 11.07.2017

Der neue GLP-Präsident in spe Jürg Grossen möchte bei der Nachfolge von Didier Burkhalter lieber eine zusätzliche Frau als einen Tessiner im Bundesrat. Nach seiner Erfahrung würden mit einer guten weiblichen Vertretung bessere Resultate erzielt.

Ihm sei es wichtiger, dass die Schweiz wieder drei Frauen im siebenköpfigen Bundesrat habe, sagte Grossen in einem Interview mit dem «Blick» vom Dienstag. Frauen machten eine sehr nachhaltige und genauso gute Politik wie Männer.

Gossen wünscht sich vier Frauen im Bundesrat

Zwei Frauen im Bundesrat seien definitiv zu wenig, sagte Grossen weiter. Am liebsten hätte er deren vier in der Landesregierung. In Beruf und Partei habe er die Erfahrung gemacht, dass mit einer guten Vertretung von Frauen die Resultate besser würden.

Das Tessin sei zwar eine wichtige Minorität, die sicher ab und zu einen Anspruch habe, hält Grossen weiter fest. Aber andere Gegenden der Schweiz hätten auch schon lange keinen Bundesrat mehr gehabt, gewisse Kantone noch gar nie einen, sagte er.

Der Berner Nationalrat Jürg Grossen wurde vom GLP-Vorstand als Nachfolger von Parteichef Martin Bäumle nominiert. Die Delegierten entscheiden am 26. August.

Tessiner FDP informiert am Dienstag

Der Freisinnige Didier Burkhalter tritt im Herbst nach acht Jahren im Bundesrat ab. Die Kantonalsektionen der FDP haben bis am 11. August Zeit, um Vorschläge für die Nachfolge zu präsentieren. Die Tessiner FDP informiert am Dienstag über mögliche Kandidaturen.

Für das Tessiner Kandidatenkarussell waren bisher vor allem drei Personen im Gespräch. Als Favorit genannt worden ist der Fraktionschef und Nationalrat Ignazio Cassis. Aber auch die frühere Nationalrätin und ehemalige Tessiner Staatsrätin Laura Sadis steht bereit. Für eine Kandidatur zu haben ist auch der amtierende Tessiner Wirtschafts- und Finanzdirektor Christian Vitta.

Am Wochenende hatte SP-Präsident Christian Levrat der FDP nahegelegt, ein Kandidaten-Ticket mit zwei Frauen zu präsentieren. Bei den Disskussionen um den neuen Bundesrat werden auch Spannungen zwischen dem Tessin und der Romandie erwartet.

(sda/me/mbü)
 

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