Tausende Kurden sind am Samstag in der Türkei auf die Strasse gegangen, um ihre Unterstützung für die kurdischen Verteidiger der syrischen Grenzstadt Kobane zu demonstrieren. Bei der grössten Demonstration in Diyarbakir marschierten laut der Nachrichtenagentur Dogan 15'000 Menschen friedlich durch die Strassen.

In Istanbul demonstrierten rund tausend Menschen in der Nähe des zentralen Taksim-Platzes und schwenkten Bilder des inhaftierten Kurden-Führers Abdullah Öcalan.

Auch europäischen Städten, darunter Brüssel, Paris und London, gab es teils grosse Solidaritätskundgebungen für Kobane. Alleine in Deutschland waren es 15'000 Menschen.

Handgemenge und Pfefferspray in Zürich

In Zürich gingen 3500 Personen auf die Strasse. Nach einem Handgemenge am Rande der Demonstration setzte die Polizei Pfefferspray ein.

Anfang Oktober waren bei prokurdischen Demonstrationen in der Türkei nach Behördenangaben 31 Menschen getötet worden. Die Demonstranten warfen der türkischen Regierung Untätigkeit angesichts des Kampfes um Kobane vor. Auch damals gingen in zahlreichen Ländern Europas Kurden auf die Strasse.

Unterstützung durch Peschmerga

Nach langem Zögern und intensivem Druck der USA erklärte sich die Türkei schliesslich bereit, kurdische Peschmerga-Kämpfer aus dem Nordirak nach Kobane reisen zu lassen.

Am späten Freitagabend überquerten etwa 150 Kurdenkämpfer die türkische Grenze nach Kobane, um die Verteidiger der Stadt gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu unterstützen.

Heftige Kämpfe gehen weiter

Die heftigen Kämpfe zwischen den kurdischen Volksschutzeinheiten und den Terroristen gingen in der Nacht zum Samstag weiter, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete. Die IS-Miliz belagert die Stadt von drei Seiten.

Die Terrormiliz beherrscht das Umland und rund 60 Prozent von Kobane. Ein Sieg wäre für sie militärisch, vor allem aber auch symbolisch ein grosser Erfolg, den auch die USA mit Luftangriffen zu verhindern versucht.

(sda/gku)
 

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