Nach dem Militärputsch in Thailand, rät das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) Reisenden zur Vorsicht. Insbesondere sei den Anweisungen der thailändischen Sicherheitskräfte Folge zu leisten.

Nach der Machtergreifung der Armee wurde eine nächtliche Ausgangssperre verordnet. Das bereits am Dienstag verhängte Kriegsrecht gilt laut Armeeangaben weiter im ganzen Land. Das EDA empfiehlt auf seiner Webseite, sich via Medien über die weiteren Entwicklungen in dem Land auf dem Laufenden zu halten.

Keine Panik bei Hotelplan

Die Kunden würden nun entsprechend informiert, sagt Hotelplan-Suisse-Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir. Es sei aber wichtig festzuhalten, dass das EDA zur Zeit nicht von Reisen nach Thailand oder in bestimmte Gebiete abrate. «Stand heute ist die Situation ruhig», so Huguenin-dit-Lenoir. Wichtig sei aber, dass die Touristen über die Ausgangssperre zwischen 22 Uhr und 5 Uhr Bescheid wüssten.

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Bereits am Dienstag hatte das EDA die Reisehinweise für Thailand angepasst und Touristen geraten, sich von Protestmärschen und Menschenansammlungen fernzuhalten. Vor allem in der Region Bangkok könne es zu unvorhergesehenen Verkehrsbehinderungen kommen. Hoteliers berichten von vereinzelten Annullationen.

Thailand kommt nicht zur Ruhe

Hotelplan-Suisse hatte am Donnerstag rund 90 Kunden in Thailand. «Das Land ist für Schweizer eher eine Winterdestination», so Prisca Huguenin-dit-Lenoir. Die überwiegende Mehrzahl der Kunden befinde sich in den Badeferien-Destinationen wie Koh Samui. «Die Lage ist dort ruhiger als in Bangkok, auch wenn es natürlich eine starke Militärpräsenz gibt.»

Die politische Krise in Thailand dauert mit Unterbrüchen bereits mehrere Jahre. Im Konflikt zwischen den sogenannten Rothemden, den Anhängern des ehemaligen Premiers Thaksin Shinawatra und deren Gegnern den Gelbhemden kam es immer wieder zu Blockaden und Demonstrationen. Auch der Tourismus war dabei zeitweise beeinträchtigt worden.

Wichtige Tourismusdestination

Über einen bevorstehenden Militärputsch war schon lange spekuliert worden. Mit der Verhängung des Kriegsrechts am Dienstag und der Übernahme der Regierungsgewalt heute Donnerstag, haben die Generäle die Macht übernommen. Ob damit eine Beruhigung der Lage oder eine weitere Eskalation bevorsteht, ist aber schwer abzuschätzen.

Nach Angaben des thailändischen Tourismusministeriums reisten 2013 trotz der Unruhen rund 200'000 Schweizer nach Thailand. Das Land gehörte damit zu den wichtigsten Reisedestinationen. Auch Hotelplan erlebte 2013 einen kleinen Thailand-Boom. «Die Buchungen stiegen im hohen einstelligen Bereich», bestätigt Prisca Huguenin-dit-Lenoir. Im 2014 sei die Zahl dagegen bisher leicht rückläufig gewesen.

Regelmässige Überprüfung

Wie sich der Tourismus in Thailand weiter entwickeln wird ist im Moment schwer abzuschätzen. Die Lage sei äusserst volatil und könne sich beinahe stündlich ändern, sagt Prisca Huguenin-dit-Lenoir. «Wir stehen deshalb regelmässig mit unseren Agenten und Reiseleitern vor Ort in Kontakt und beurteilen die Situation laufend neu.»

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(mit Material von sda)