Der ehemalige Präsident des Fussballvereins von Nicaragua, Julio Rocha, ist am Mittwoch an die USA ausgeliefert worden. Damit sind nun alle neun Fifa-Funktionäre, die letztes Jahr in Zürich verhaftet wurden, ausgeliefert worden, wie das Bundesamt für Justiz (BJ) mitteilte.

Rocha wird vorgeworfen, Bestechungsgelder entgegengenommen zu haben. Er hatte sich bis vor Bundesgericht gegen eine Auslieferung in die USA gewehrt, allerdings erfolglos. Gemäss dem Entscheid des Bundesgerichts soll Rocha von einer Sportvermarktungsfirma 100'000 Dollar verlangt haben. Als Gegenleistung sicherte Rocha dem Unternehmen die Vermarktungsrechte für die Heimspiele der nicaraguanischen Nationalmannschaft für die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2018 zu. Weitere 50'000 Dollar sollen an einen weiteren Funktionär geflossen sein.

80 Millionen Dollar gesperrt

Rocha wurde am Mittwoch in Zürich von zwei US-amerikanischen Polizeibeamten übernommen und auf dem Flug nach New York begleitet, schreibt das BJ in seiner Mitteilung. Die Auslieferungsverfahren im Fall Fifa seien damit abgeschlossen.

Noch nicht abgeschlossen ist hingegen das von den USA gestellte Rechtshilfeersuchen. Gestützt darauf hat das BJ auf dreizehn Bankkonten rund 80 Millionen US-Dollar gesperrt. Die Gelder bleiben bis zum Abschluss des Rechtshilfeverfahrens gesperrt.

(sda/gku/ama)

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