Der Zürcher Stadtrat Filippo Leutenegger (FDP) will die Velorouten am See ausbauen. Nach 100 Amtstagen erklärte der alt Nationalrat am Dienstag vor den Medien, als Vorsteher des Tiefbau- und Entsorgungsdepartementes müsse man pragmatisch sein.

Eine Velofahrt mit seiner Familie am See habe ihn davon überzeugt, dass die Velowege dort besser werden müssten, sagte Leutenegger. Dieses Bekenntnis zum Veloverkehr bedeutet jedoch nicht, dass der Politiker in der Verkehrspolitik einen Schwenker macht und in die Fussstapfen seiner Vorgängerin Ruth Genner (Grüne) tritt. Es ist vielmehr seinem Bekenntnis zum Pragmatismus zu verdanken.

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Mit wenigen Mitteln Gutes erreichen

Der Vorsteher des Tiefbau- und Entsorgungsdepartementes (TED) betonte, er sehe sich im TED mit vielen Konfliktfeldern konfrontiert. Da müsse man pragmatisch sein, den Leuten zuhören, Kompromisse suchen und nicht stur an Konzepten festhalten.

Für die Präsentation seiner 100-Tage-Bilanz hatte Leutenegger die städtische Sukkulentensammlung gewählt. Natürlich könnte man an diesem Ort auch Kakteen verteilen, meinte er. Aber die Sukkulenten seien auch Pflanzen, die zeigten, dass man mit wenigen Mitteln viel erreichen könne.

Paralellen zur italienischen Küche

Er sehe da auch Parallelen zur italienischen Küche: Mit wenig werde Gutes erreicht, sagte Leutenegger. Als seine guten Taten in den ersten 100 Tagen hob er die Rettung einer beliebten Baumgruppe hervor, Sofortmassnahmen für den Veloverkehr am See sowie die Verschönerung statt die Schliessung einer Quartierunterführung.

Auch für transparentere Baustelleninformationen setzte und setzt er sich ein. "Wer an einer Baustelle vorbeikommt, soll wissen, wie lange gebaut wird, weshalb, wozu und was es kostet", sagte Leutenegger.

Abschied von der Vergoldungsmentalität

Im Wahlkampf hatte sich Leutenegger sozusagen als Sparapostel präsentiert. Er sei nach wie vor «kostenempfindlich», sagte er, und er sei überzeugt, dass sich Zürich insbesondere im Baubereich von der «Vergoldungs- und Superfinishmentalität» verabschieden müsse.

Verabschieden muss sich Zürich auch von ÖRBI, einer futuristischen mobilen Kummerbox. Der Gemeinderat hatte das Geld dafür gestrichen. Leutenegger ist es nun gelungen, ÖRBI für 1000 Franken ans Stadtteilsekretariat Kleinbasel zu verkaufen.

(sda/moh)