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Börsenkurs
Lex-USA-Nein setzt Bankenaktien zu

BKB: Die Titel der Basler Kantonalbank erreichten einen Tiefstand wie seit 10 Jahren nicht mehr. (Bild: Keystone)

Das Scheitern der Lex USA setzt den meisten börsenkotierten Schweizer Banken zu. Vor allem ein Institut ist besonders betroffen.

Veröffentlicht am 20.06.2013

Nach dem definitiven Aus für die Lex USA sind die Titel der Basler Kantonalbank wie auch diejenigen ihrer Tochtergesellschaft Bank Coop stark unter Druck geraten. Auch die Basellandschaftliche Kantonalbank und die St. Galler Kantonalbank sowie die Grossbank Credit Suisse büssten zwei bis fünf Prozent ein.

Die in den vergangenen Wochen ebenfalls stark unter Druck geratenen Titel der Waadtländer Kantonalbank notierten noch 0,7 Prozent im Minus. Der Schweizer Branchenindex verlor zwei Prozent.

Die meisten anderen Kantonalbankentitel zeigen im generell schwachen Marktumfeld dagegen keine auffallende Bewegungen.

Der Nationalrat hatte am (gestrigen) Mittwoch kurz nach 17 Uhr das Gesetz zur Beilegung des US-Steuerstreits zum zweiten Mal abgelehnt und damit endgültig beerdigt.

Zehnjähriger Tiefstand

Der Partizipationsschein der Basler Kantonalbank (BKB) notierte am Donnerstag kurz nach Mittag 5,2 Prozent im Minus. Im Verlauf des Vormittags erreichte der Titel mit 74,20 Franken einen Tiefstand, den er zuvor seit über zehn Jahren nicht mehr erreicht hatte. Das Basler Staatsinstitut steht im Visier der USA und verhandelt deswegen seit gut zwei Jahren mit den amerikanischen Behörden.

Marktbeobachter spekulieren darüber, dass die USA nach dem Scheitern der Lex USA mit der Anklage gegen eine Kantonalbank hohen Druck auf die Schweiz ausüben könnten. Damit wären vor allem die BKB sowie die ebenfalls im Visier der US-Behörden stehende Zürcher Kantonalbank (ZKB) gefährdet.

Eine Anklage in den USA würde wegen der Reputationsrisiken, aber auch wegen einem möglichen Ausschluss vom Dollar-Clearing eine erhebliche Einschränkung des Geschäfts bedeuten. BKB-CEO Guy Lachappelle hatte allerdings in Interviews betont, keine Anzeichen für eine Klageerhebung zu haben.

Unsicherheit gestiegen

«Mit der Ablehnung der Lex USA ist die Unsicherheit, wie es mit den Banken weitergehen soll, noch gestiegen», sagte ein Händler. «Keiner weiss, wie viel das die Banken kosten wird und wie gut die Banken das überstehen», sagte ein anderer Händler.

Andere Händler wiesen aber auch darauf hin, dass die ganze Finanzbranche nach der Erklärung der US-Notenbank, wonach die ultra lockere Geldpolitik strenger werden dürfte, unter Abgaben leide. So verlor der europäische Bankaktienindex ebenfalls über zwei Prozent.

(chb/sda/reuters)

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