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Terrorakt
Libanons Ex-Finanzminister stirbt bei Anschlag

Verwüstung in Beirut: Bei einem Bombenanschlag wurde Libanons früherer Finanzminister getötet. (Bild: Keystone)

Der frühere libanesische Finanzminister Mohammed Schatah ist bei einem Bombenanschlag in Beirut ums Leben gekommen. Vier weitere Personen starben. Die Explosion war fast in der ganzen Stadt zu hören.

Veröffentlicht am 27.12.2013

Bei einem Autobombenanschlag in der libanesischen Hauptstadt Beirut sind am Freitagvormittag mindestens fünf Menschen getötet worden, unter ihnen Ex-Finanzminister Mohammed Schatah. 50 weitere Menschen seien verletzt worden, meldete die Nachrichtenagentur ANI.

Die Terrortat galt dem anti-syrischen Politiker Mohammed Schattah. Die in einem Auto versteckte Sprengladung explodierte, als der Konvoi des engen Beraters von Ex-Regierungschef Saad Hariri vorbeifuhr. Der sunnitische Politiker war auf dem Weg zum Haus Hariris gewesen, wo ein Treffen der Koalition des 14. März stattfinden sollte.

Der Anschlag ereignete sich nahe dem Regierungssitz in einem belebten Innenstadtviertel mit vielen Geschäften, Banken und Restaurants. Die gewaltige Explosion war fast in der ganzen Stadt zu hören. Die Druckwelle riss Spaziergänger im weiteren Umfeld zu Boden. Fernsehbilder zeigten ausgebrannte Fahrzeuge und Rettungsleute, die Verwundete bargen. Die Bombe riss Schattahs Fahrzeug in Stücke.

Saad Hariri machte die schiitische Hisbollah-Miliz, die im Nachbarland Syrien auf der Seite der Regierungstruppen kämpft, für das Attentat verantwortlich. «Diejenigen, die Mohammed Schatah umgebracht haben, sind dieselben, die Rafik Hariri getötet haben», erklärte der frühere Ministerpräsident.

Zusammenhang mit Prozess vor dem UNO-Sondergericht

Der Anschlag auf Schattah erfolgte knapp drei Wochen vor dem geplanten Beginn des Prozesses gegen die mutmasslichen Mörder von Rafik Hariri in Beirut. Der einflussreiche Unternehmer und Politiker war im Februar 2005 in Beirut zusammen mit 22 anderen Menschen bei einem Autobombenanschlag getötet worden.

In dem Verfahren vor dem UNO-Sondergericht sind vier Funktionäre der pro-syrischen, schiitischen Hisbollah-Bewegung angeklagt. Gegen sie wird allerdings in Abwesenheit verhandelt werden, weil ihre Organisation sie schützt und nicht an das Tribunal ausliefert. Die Hisbollah verurteilte den Anschlag auf Schattah am Freitag als «niederträchtiges Verbrechen».

Helga Schmid, Stellvertreterin der EU-Aussenbeauftragten Catherine Ashton, äusserte sich bestürzt über den Tod Schatahs. «Dies ist ein Verlust für sein Land und die internationale Gemeinschaft», erklärte die EU-Diplomatin. Frankreichs Staatschef François Hollande sprach von einem «feigen Attentat».

Schatah kritisierte Hisbollah auf Twitter

Der Ökonom Schatah hatte als Berater unter Ministerpräsident Hariri und dessen Vorgänger Fuad Siniora gedient. Er war zuvor Libanons Botschafter in Washington. Noch eine Stunde vor seinem Tod hatte Schatah auf Twitter die Hisbollah-Bewegung kritisiert. Er warf ihr vor, nach der gleichen politischen und militärischen Vormachtstellung im Libanon zu streben, die Syrien über mehrere Jahrzehnte in dem Land ausgeübt hatte.

Der Bürgerkrieg in Syrien spaltet die Gesellschaft im Nachbarland Libanon. Immer wieder kommt es zu tödlichen Auseinandersetzungen zwischen Unterstützern und Gegnern der Führung in Damaskus. Beirut wurde in diesem Jahr bereits mehrfach von Bombenanschlägen erschüttert. Die meisten Anschläge ereigneten sich im Süden Beiruts, der eine Hochburg der Hisbollah ist. Bei einem Selbstmordanschlag auf die iranische Botschaft wurden Mitte November mehr als 20 Menschen getötet. Zu dem Attentat bekannte sich die syrische Rebellengruppe Abdullah-Assam-Brigaden.

(sda/moh)

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